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1. Vorarlberger Strohhutfabrik - Vom Klölar bis Joan Collins. Teil II

Wie konnte es weitergehen mit der Egger Hutfabrik in einer Zeit, wo Hüte mehr und mehr zum alten Hut wurden? Zudem stand die Hofübergabe in der Familie Sommer an die nächste Generation an. Eines ist sicher. Der Hutfabrik standen turbulente und herausfordernde Zeiten bevor.

 

Um 1970 hatte die Hutfabrik um die 100 Beschäftigten und produzierte an die 300.000 Kopfbedeckungen jährlich.

 

Vorarlberger Nachrichten 13.3.1970


Ewald Sommer war ein grosser Gönner vieler Vereine in der Gemeinde Egg.

 

Hofübergabe in der Hutfabrik. Am 1.2.1971 übernahm Sohn Joachim (Jo) die Geschicke der Firma. Jo heiratete die engagierte Wienerin Hanni Höfner, die ebenfalls aus einer einschlägigen Branche kam.

Jo Sommer soll den Betrieb mit erheblichen finanziellen Bürden von seinem Vater übernommen haben.

 

Am 6. November 1971 ist Prokurist Rudolf Moosbrugger an einem plötzlichen Herztod verstorben.



Grabrede von Ewald Sommer.


Vorarlberger Nachrichten 18.11.1971


 

Nun wurde die Geschäftsleitung neu strukturiert.


Geschäftsleitung: Joachim Sommer, Einkauf: Helmut Meusburger, Andelsbuch, Produktion: Alfons Fritz, Andelsbuch, Verkauf: Sylvester Ratz, Buchhaltung: Sepp Rehm.

 

In den 1970er Jahren verschwand der Hut bei den Männern und zum Teil auch bei Frauen grossteils als nützliche oder modische Kopfbedeckung.

Jo und Hanni Sommer erkannten die Chancen, die in der Sportmode gegeben waren. Es wurden modische Stoffkappen hergestellt, die zur Wintersportbekleidung passten. Durch den Beitritt zum Skipool Austria wurde man Ausrüster des so erfolgreichen österreichischen Skiteams.



Messestand.


Ab sofort wurden die Erzeugnisse unter Capo Hat & Cap vermarktet.

 

Weihnachsfeier 1971 in der Hutfabrik.



Im Februar 1971 fand bereits die offizielle Hofübergabe an die nächste Generation in der Familie Sommer statt.












 

1972 hat Otmar v.d. Thannen eine Lehre als Industriekaufmann in der Hutfabrik angefangen. Später hat er eigentlich in fast allen Abteilungen gearbeitet.

 

Weihnachtsfeier 1972 in der Hutfabrik.









 

Vorarlberger Nachrichten 15.3.1973


Günther Fetz war in der Zwischenzeit zum Versandleiter aufgestiegen.

 

Betriebsfeier Liftgaststätte Schetteregg, Egg 1973 mit dem Bruno Pinter Trio.



Otto Jäger, Willi Höfler, Bruno Pinter.






Die Ehrungen wurden von Arbeiterkammer Präsident Bertram Jäger vorgenommen.















Vorarlberger Nachrichten 22.12.1973


 

Jo Sommer wollte seine Hüte vermehrt in Übersee verkaufen. Anfang der 1970er Jahre hatte er Kontakt mit Nigeria, Afrika aufgenommen.


Mr. B. Ayembojuba aus Lagos, war Vertriebsleiter in Nigeria und besuchte damals 1974 Egg.











Man schickte containerweise Hüte nach Nigeria.


Jos Sommer war ein herzensguter Mensch. Anstatt für die neuen Übersee Geschäfte Vorauskassa zu vereinbaren, hat man einfach geliefert.


Die Geschäfte mit Nigeria hatten einen Haken. Sie wurden schon bald nicht mehr bezahlt.

 

Kleinverkauf in der Hutfabrik.


Gemeindeblatt 10.11.1974



Kleinverkäufe wurden auch in Dornbirn, Feldkirch und Wien eröffnet.

 

1975 verstarb Ewald Sommer bei einem Urlaub im Allgäu. Er war über Jahre hinweg der grösste Arbeitgeber in der Gemeinde Egg. Die vielen Firmenfeierlichkeiten mit seiner Belegschaft zeugen von seinem sozialen Engagement. Er war ein grosser Gönner der Egger Vereine.


Vorarlberger Nachrichten 22.7.1975


Vorarlberger Nachrichten 4.8.1975


 


 

Betriebsausflug 1975 Bodenseerundfahrt mit Abendveranstaltung im Ochsensaal in Egg.










Marsch in den Ochsensaal.









 

Mitarbeiterausflug 1976 nach Damüls zu den Sieben Hügeln.







 

Vorarlberger Nachrichten 14.8.1976


1976 wurde die Abteilung Verkauf neu strukturiert. Sylvester Ratz war für Österreich und die Schweiz zuständig, Günter Fetz für das Ausland. Günther war ab sofort Teil der Geschäftsleitung. Sylvester Ratz ist besonders stolz, da er den Schweizer Markt aufbaute, der

nach Abzug von Skonto sofort bezahlte.



 

Weihnachtsfeier 1976 im Ochsensaal mit Bürgermeister Richard Natter.



 

Gemeindeblatt 4.2.1977



 


 

Vorarlberger Nachrichten 10.2.1977


 

Jo Sommer traf immer mehr Entscheidungen ohne seine bewährten Abteilungsleiter und setzte auf neue Materialien und den internationalen Markt. Er war ein gutgläubiger Mensch und verliess sich zu oft auf externe Berater.


Er fand in Deutschland einen Stoff aus Orlon (Dralon) , der sich verformen ließ. Die Produktion wurde zur Schlosserei Simma in Buchenrain, Andelsbuch ausgelagert.


Das Ziehen von Dralon Hüten.


Produziert wurde unter anderem auch für den Iran.

Eine Lieferung Capo Orlon Hüte auf dem Weg nach Teheran, Iran.


Auch hier gab es Zahlungsschwierigkeiten. Zwei Jahre später wurde der persische Schah Mohammad Reza Pahlavi von Chomeini aus dem Land vertrieben und der Iran war isoliert.

 

Betriebsbesichtigung mit Landesrat Sigi Gasser am 20.10.1977.





Sepp Rehm, Helmut Meusburger, Jo Sommer, Landesrat Dipl. Volkswirt Siegfried Gasser, Landtagsabgeordneter Dr. Anton Sutterlüty, Bürgermeister von Egg Richard Natter.






Immer gut behütet.


 

Wie entsteht ein Hut?


Die Modistinnen entwerfen die Hüte und bereiten die neue Kollektion vor.


Appretieren.


Ziehen.


Oberflächenbearbeitung.


Pressen.


Touren.


Nähen.


Maschinell garnieren.


Manuell garnieren.


Das fertige Produkt.


 

Abendveranstaltung nach dem Betriebsausflug 1978 zum Plansee,Tirol.