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Wie baut man eine Brücke?

In dieser Geschichte geht es um die Hochbrücke zwischen Müselbach und Lingenau.


Die Hochbrücke wurde von Baumeister Franz Aigner 1964 geplant.


Der aus dem vorderen Bregenzerwald kommende Verkehr musste durch das Nadelöhr Gschwendtobel zwischen Lingenau und Großdorf. Über die Subersache führte die alte holzgedeckte, einspurige Brücke.


In den Vorderwald gelangte man damals vom Unterland kommend nur über Langen-Doren.

Als in den 50er Jahre die deutsche Queralpenstrasse von Lindau nach Oberstaufen ausgebaut wurde, war dies eine willkommene Strecke für unsere deutschen Urlaubsgäste.


Man reiste in Riefensberg/Springen nach Österreich ein, im Sommer auch in Balderschwang/Hittisau über den Riedbergpass kommend.




Vorarlberger Nachrichten 10.8.1964




Der Schifflewirt aus Hittisau Eduard Metzler, der Waldrastwirt aus Sibratsgfäll August Bechter zusammen mit dem Landtagsabgeordneten und Kronenwirt aus Au Walter Lingg können als Initiatoren der Hochbrücke bezeichnet werden.




Vorarlberger Nachrichten 21.9.1964


Die neue Hochbrücke wurde mit 26 Mio. Schilling budgetiert.



Am 5.7. 1965 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Zuerst wurden die Fundamente für die neue Brücke betoniert. Darauf wurde dann das Gerüst für die eigentlich Hochbrücke erbaut.


1965 wurde mit dem Gerüstbau begonnen.



Müselbacher Seite.


Lingenauer Seite mit Schutztunnel für die Wälderbahn.


1965 begannen auch die Bauarbeiten für die Zufahrtsstrassen von Lingenau und Müselbach.



Vorarlberger Nachrichten 16.8.1965


1966 wurde auch mit dem Ausbau der Straße Langenegg - Lingenau begonnen.




Stand September 1966.


Vorarlberger Nachrichten 21.9.1966



Bogenschalung.




Vorarlberger Nachrichten 19.12.1966



Beteiligte Firmen. Arge Kunz aus Bludenz mit Ast und Beyer aus Wien.










Stand Frühjahr 1967.




Stand Oktober 1967.





Vorarlberger Nachrichten 2.12.1967




Vorarlberger Nachrichten 9.12.1967



Vorarlberger Nachrichten 16.12.1967


Vorarlberger Nachrichten 21.12.1967



1968 wurden die Aussichtsplattform, der Parkplatz, das Kunst Monument und der Kiosk auf Lingenauer Seite erbaut.





Offizielle Einweihung der Hochbrücke am 22.6.1969 durch Landeshauptmann Herbert Kessler und Landesstatthalter Martin Müller. Geweiht wurde die Brücke von Bischof Bruno Wechner.


Auch die neue Brücke zwischen Bersbuch und Schwarzenberg wurde am selben Tag eigeweiht.



Fakten


Die 370 m lange Brücke ist eine der größten Stahlbeton-Bogenbrücken Mitteleuropas. Sie überspannt die Bregenzer Ache in einer Höhe von 90 m mit einer Bogenspannweite von 210 m. Der zweigelenkige Bogen hat eine Pfeilhöhe von 45 m. Er besteht aus einem zweizelligen, 6,60 m breiten und 3,80 m hohen Hohlkasten, auf dem der 10,30 m breite Fahrbahnträger aufgeständert ist.


Diese Bogenbrücke wurde von 1964 bis 1968 nach Plänen von Franz Aigner erbaut. Bei ihrer Eröffnung 1969 war sie die siebtgrößte Brücke dieser Art weltweit.


Die Hochbrücke ersetzte die kurvenreiche, steil ins Achtal hinabführende alte Straße. Mit ihrer Fertigstellung wurde die darüber führende Hittisauer Straße (L 205) komplettiert.


Damit erhielt der Vordere Bregenzerwald zwischen den Terrassen von Müselbach und Lingenau eine zeitgemäße Anbindung an die Bregenzerwaldstraße (L 200).


1992 wurde die Lingenauer Hochbrücke generalsaniert und mit einem neuen Geländer versehen. Aufgrund der zahlreichen Menschen, die durch einen Sprung von der Brücke ihrem Leben ein Ende setzten, wurde im Jahr 2011 ein beidseitiges Gitter an der Brücke angebracht, das Suizide in Zukunft verhindern soll.



Sämtliche Bilder stammen vom unabhängigen Presse Photograph Oskar Spang aus Bregenz. Die Bilder gehören dem Stadtarchiv Bregenz.




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