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Wie ich die Volksrepublik China erlebte

Ich habe mich im Herbst 1983 bei der heute legendären Royal Viking Line beworben. Die Flotte der Royal Viking Line bestand aus drei identischen Schwesterschiffen, die Royal Viking Star, Sky und Sea. Die Schiffe gehörten drei verschiedenen norwegischen Reedereien. Es gab zwei Hauptbüros in Oslo ,Norwegen und in San Francisco, USA.


Die Schiffe beherbergten 720 Passagiere, fast ausschliesslich US Amerikaner und 420 Crew Mitglieder aus ca. 50 Nationen.


Die Schiffe waren damals in der noch kleinen Kreuzfahrtbranche das Mass aller Dinge. Die einzigen Mitbewerber in dieser Luxusklasse war Norwegian-America Line mit der Vistafjord und der Sagafjord.


Die Royal Viking Sky in Singapur.


Zu der Zeit arbeiteten drei Mellauer bei Royal Viking Line. Bernhard Meusburger war 1. Bäcker, Franz-Bernhard Fuchs Chef Konditor und Kurt Bischof war 1. Koch in der warmen Küche. Franz Bernhard Fuchs brachte bereits 1980 den gebürtigen Kölner Franz Langer mit nach Mellau. Er war zu dieser Zeit Chief Steward (diese Position wurde später in Food & Beverage Manager umgetauft). Dies war die zweithöchste Position in der Hotel Hierarchie an Bord. Er hat mich bereits um 1980 gefragt, ob ich nicht auch bei Royal Viking Line arbeiten wolle.


Als gelernter Koch und mit einem abgeschlossenen BWL Studium erhielt ich im Spätherbst 1983 eine Zusage als Food & Beverage Controller für den kommenden Mai.


Kurz vor Weihnachten fiel auf der Royal Viking Star eine Koch aus. Kurzerhand flog ich nach Jakarta, Indonesien und fing als Koch an. Die normalen Verträge dauerten 6 Monate ohne einen freien Tag. Danach hatte man 2 Monate unbezahlten Urlaub und bei guter Leistung wurde man wieder eingestellt.


Beim Norwegian Buffet gab es eine 3 kg Dose russischen Beluga Malossol Kaviar.


Es war damals kaum möglich bei Royal Viking Line eine Stelle zu bekommen. Der US Dollar war hoch und man verdiente gutes Geld. Aber nun hatte ich es geschafft und war einer der Auserkorenen.


Klaus Riezler am Saucier Posten auf der Royal Viking Star.


Normale Kreuzfahrten dauerten zwischen 14 und 21 Tagen. Es gab kaum Reisen, die von A nach B und dann wieder zurück nach A gingen.


Beim 'All American' Decklunch


Nach Jakarta ging die Reisen durch Südostasien, dann nach Australien und Neuseeland. Nach einem ausgiebigen Winter im Südpazifik ging es zurück nach Asien. Im Frühjahr 1984 kamen wir in Hong Kong an. Ich war zu dieser Zeit bereits Purser (Rezeptionist).


Die Royal Viking Star vor dem Opernhaus in Sydney, Australien.


Mit einer Kollegin an der Rezeption.


Wenn man mich zuhause am Stammtisch fragte, was denn so eine Kreuzfahrt kosten würde, hatte ich immer die selbe Antwort parat: Für eine mittlere Kategorie 10.000 Schilling pro Person und Tag ohne Flug. Das war damals natürlich eine exorbitante Summe für unsere Verhältnisse.


Der Ocean Terminal mit seiner glitzernden Shopping Welt in Hong Kong.



Unsere 18-tägige Kreuzfahrt nach China begann in Hong Kong. Bereits ein Jahr zuvor war ein Royal Viking Schiff in der Volksrepublik China. Möglich machte das unser rühriger Präsident Warren Titus von San Francisco und seine Verbindung zu einem Mr. Wu. Herr Wu war Besitzer der Airline Cathay Pacific und unterhielt eine grosses Reisebüro in Hong Kong (Arrow Travel).


Mr. Wu hatte alle Verbindungen zur Chinesen Obrigkeit und nach langer Vorarbeit konnte man nun mit einem Schiff voller US Amerikaner in das kommunistische Land reisen.



Die Passagiere und Crew Mitglieder, die in Hong zustiegen, hatten den abenteuerlichsten Teil ihrer Reise bereits hinter sich. Das war der Anflug auf den alten Hong Kong Flughafen, dessen An- und Abflugschneisse mitten durch den belebten Stadtteil Kowloon führte.


Man konnte den Bewohnern vom Flugzeug aus ins Schlafzimmer schauen.



Wir hatten damals ein IBM System 32 an Bord, das sämtliche Passagier und Crew Listen, sowie die Ladelisten generierte, die man für die fast täglichen Zollformalitäten brauchte.

Aber die Chinesen brauchten all diese unzähligen Listen in chinesischen Schriftzeichen.


Arrow Travel brachte ca. 12 bis 15 Personen an Bord, die nun sämtliche Listen handgeschrieben in die chinesische Sprache übersetzten. Ab 1985 konnte unser Computer System an Bord die Listen auch in chinesischer Sprache auswerfen. Der Computer mit ca 2,5 Meter Länge, 1 Meter Breite und 1,5 Meter Höhe stand übrigens in meinem F&B Controller Büro. Einige der Lesen können sich vielleicht noch an die Disketten mit ca 30 x 30 cm erinnern.


Um 18:00 Uhr legte die Royal Viking Star ab und man war im ostchinesischen Meer Richtung Shanghai, China unterwegs.


Nach zwei vollen Tagen und einer Nacht auf See erreichte man um 22:00 Uhr Shanghai.


Shanghai liegt nicht direkt am Meer und man muss den Huangpu Fluss hochfahren. Beide Flussufer waren damals militärisches Sperrgebiet. Man durfte nicht fotografieren und die Flusspassage nur nach Eintritt der Dunkelheit passieren.


Gedockt hat man am Passenger Terminal. Die Zollformalitäten dauerte eine gefühlte Ewigkeit und am ersten Abend durfte niemand von Bord. Damals herrschte eine generelle Ausgangssperre nach Mitternacht für ausländische Touristen. Das war übrigens in der Sowjetunion genau so.




Mein ersten Anblick auf Shanghai am folgenden Morgen.


Auf dem dunkelbraunen Huangpu herrschte reges Treiben. Ich nehme an, dass alle Abwässer in den Fluß geleitet wurden.


Ein Vergleichsbild aus dem Jahr 2013.



Ich unterhielt mich lange mit einem sehr netten Herrn, der fließend Englisch und Deutsch sprach. Er kam an Bord und war von der internationalen Seemannsmission. Genau wie in der Sowjetunion wurden die Touristenströme klar kontrolliert und dirigiert. Die Crew wurde in den Seemannsclub oder ins Peace Hotel eingeladen. Ansonsten gab es damals nichts in Shanghai.


Ich bin nun auf dem Weg vom Hafen zum Seemannsclub, der sich in der ehemaligen russischen Botschaft befand.


Auf dieser Brücke bin ich oft gestanden. Das Wasser hat bestialisch gestunken. Im kleinen Fluß schwamm alles Erdenkliche an Unrat bis hin zu toten Kühen.


Der Seemannsclub war eine Kneipe mit einem grossen Bartresen. Die Getränkeauswahl war bescheiden. Es gab sehr gutes Tsingtao Lagerbier aus der 0,7 Liter Flasche und Irish Coffee. Das wars.



Die 720 Passagiere wurden kurzerhand in zwei Gruppen geteilt. Man machte einen Ganztagesausflug mit der Eisenbahn nach Wuxi oder nach Suzhou.



Deshalb hatte ein Großteil der Crew 'Lunch off' und man konnte die Stadt Shanghai erleben.



Die Kleider der Menschen war ziemlich einheitlich, entweder die blauen 'Fisl' oder aber die grünen Mao Uniformen.


Es gab kaum Fahrzeuge auf den Strassen. Einige LKWs und einige offiziellen schwarzen Limousinen. Nach der Dunkelheit war es richtig gespenstisch. Wenn ein Kraftfahrzeug unterwegs war, dann immer nur mit Parklicht.



Aber es gab Millionen von Fahrrädern.


Eine typische Strassenszene aus der damaligen Zeit.


Klaus Riezler machte die eben gezeigten Bilder mit seiner Minolta Spiegelreflexkamera.



Am folgenden Tag bot man den Gästen Halbtagesausflüge an und ein Highlight war der Besuch des chinesischen Nationalzirkusses am Nachmittag.


Ich habe nie eine höhere Kunst der Körperbeherrschung gesehen wie hier.



Um 22:00 Uhr ist man ausgelaufen.


Der nächste Stop war Dalian, China


Nach einem Tag und einer Nacht auf dem Gelben Meer erreichte man Dalian um 8:00 Uhr.


Nach 20 Jahren Seefahrt kann ich sagen, dass Dalian der schmutzigste Hafen war, den ich besucht habe. Grund war der nahegelegene Schwarzkohle Abbau. Das Förderband führte bis zum Hafen und die Kohle wurde von Dalian aus verschifft.


Die ganze Gegend war mit schwarzem Kohlenstaub bedeckt und unser Housekeeper und ihre Putzkolonne hatten keine Freude mit dem an Bord geschleppten Dreck.


Nach einigen angebotenen Ausflügen in die Provinz ging es um 18:00 Uhr weiter.



Am folgenden Morgen um 8:00 Uhr erreichte die Royal Viking Star Xingang, das heutige Tianjin.


Xingang war damals ein Dorf und war nur Hafen für die Hauptstadt Peking, die gut 100 km im Landesinnern liegt.


Hier geschah etwas ganz Besonderes. Die Passagiere machten ihre Reise nach Peking und blieben dort 3 Tage und 2 Nächte. Im besten Fall fuhren alle mit, ab und zu hatten wir bis zu 8 Passagieren, die bei uns an Bord in Xingang blieben.



Nach aufwendigen Zoll Formalitäten (damals brauchte man für jede auf dem Landweg erreichte Provinz ein separates Visum), ging die Reise um 9:00 Uhr im Bus Konvoi los. Alle Ampeln bis nach Peking waren auf grün gestellt. Es gab einen Stopp, den berühmten 'Rest Stop'. Dort gab es ein Örtchen, wo jeder mal hin musste, das in die Geschichte einging. Kein Besucher wird diese Toiletten Anlagen jemals vergessen.


In Peking angekommen, bezogen die Passagiere ein damals noch rein chinesisch-orientiertes Hotel. Das erste westliche orientierte Sheraton Great Wall Hotel war gerade im Bau. Das Hotel war OK, das Problem war das chinesische Frühstück. Unsere Gäste konnten mit den 100 Tage in die Erde eingegrabenen, natürlich verfaulten Eiern nicht viel anfangen.


Auf dem Programm standen Ausflüge zum Platz des Himmlischen Friedens, dem Sommerpalast, einer Seidenraupenfabrik, der Verbotenen Stadt und natürlich der Ausflug zur Chinesischen Mauer.



Für uns an Bord war das die schönste Zeit. Am ersten Tag machte man 'General Cleaning' auf dem ganzen Schiff. Am späten Nachmittag gingen bereits die ersten Kabinenparties los.

In Xingang selber gab es nur den Friendship Store. Ein Touristenladen der weisse T-Shirts in bester Qualität, das berühmte Tiger Balm (Eukalyptus Salbe), sowie Souveniers wie wunderschöne lackierte kleine Schatullen und Dergleichen feilbot. Ein Gasthaus gab es in Xingang keines.


Am 2. Tag hatte die meiste Crew frei. Am Abend wurde die gesamte Crew zu einem herrlichen Dinner in den Dining Room eingeladen und danach gab es eine Show in der Bergen Lounge für die Crew.


Am 3. Tag musste man sich wieder auf die zurückkommenden Passagiere vorbereiten.

Gegen 17:00 Uhr kamen diese von Peking zurück.


Wir bereiteten den Gästen einen Empfang wie das damals nur Royal Viking Line konnte.


Die Passagieren hatten mittlerweile die Nase von China gestrichen voll. Ich habe später als Food & Beverage Manager einmal scherzhaft einem rückkehrenden Passagier gesagt, dass wir heute Abend eine schönes chinesisches Dinner servieren werden. Seine Antwort war: FUCK OFF.


Stattdessen überraschten wir die Gäste mit einem 'All American Dinner', das alle kulinarisch- amerikanischen Genüsse beinhaltete, sowie mit einer typischen amerikanischen Show. Unsere US Passagiere waren sehr demütig geworden und viele weinten während der Vorstellung.





Ca. 30 Crew Mitglieder durften jedes Mal mit einer gesonderten Crew Tour und einem kleinen Unkostenbeitrag mit nach Peking. Sie absolvierten das gleiche Program wie die Passagiere. Dazu komme ich etwas später noch einmal ausführlich.


Ich habe die chinesische Bevölkerung immer als sehr höflich und nett empfunden. Sie gaben mir immer das Gefühl, dass sie das grosse weisse Schiff mit den vielen reichen Leute belächelten und uns eigentlich überlegen sein wollten. In der damaligen Sowjetunion war es genau umgekehrt. Die Leute dort waren grimmig und wollten so sein wie wir.


Um 18:00 Uhr hat man Xingang wieder verlassen.


Nach 2 Nächten und einem Tag auf See erreichten wir Busan, Südkorea um 8:00 Uhr.



Der Empfang war tumultartig. Ein Matrose hatte aus Versehen die nordkoreanische Flagge am Mast gehisst. Damit war damals nicht zu spassen.


Wie man weiss, befinden sich Nord- und Südkorea bis heute im Kriegszustand. Damals befanden sich in der Hafengegend in kleinen Häuschen mit Sandsäcken verbarrikadierte Schiessscharten.


Im Hafen von Busan.



Als gelernter Koch habe ich immer gerne die lokalen Märkte besucht.








Im Gegensatz zu den Chinesen habe ich die Südkoreaner als äusserst unfreundliches Volk kennen gelernt.


Um 18:00 Uhr hat man Busan verlassen in Richtung Japan.



Am folgenden Morgen haben wir um 8:00 Uhr in Nagasaki, Japan angelegt.


Ein Muss in Nagasaki ist der Besuch des Peace Parks. Dort steht das Denkmal der 230.000 getöteten Menschen durch die von den Amerikanern abgeworfenen 2 Atombomben von Nagasaki in Hiroshima. Viele unserer Passagiere haben das Denkmal besucht und ihre persönliche Abbitte geleistet.



Später als Hotel Direktor durfte ich bei jedem Aufenthalt in Nagasaki die amtierende Miss Nagasaki an Bord begrüssen, die immer großzügige Geschenke der Stadt übermittelte.


Auf diesem Bild zu sehen ist Mrs. Rosemary Robert, die mit Royal Viking Line über 300 Kreuzfahrten machte und allein auf der Royal Viking Sea über 2 Jahre am Stück wohnte.


Um 18:00 Uhr sind wir ausgelaufen durften uns auf einen herrlichen Tage durch die japanische 'Inside Passage' freuen.



Nach 2 Nächten und einem Tag durch die landschaftlich wunderschöne Inside Passage, vorbei an Hiroshima erreichten wir Kobe, Japan um 8:00 Uhr.



Von Kobe aus organisierte man Ganz- und Halbtagesausflüge nach Osaka und Kyoto. Ein besonderes Erlebnis war die Fahrt mit dem Bullet Train, dem damals schnellsten Zug der Welt. Von Osaka aus konnte man den heiligen Mount Fuji besichtigen.


Japan war damals schon sehr gut entwickelt und hatte einen sehr hohen Standard. Aber es war auch dementsprechend teuer.


Mount Fuji.


Damals gab es die ersten Gerüchte, dass das beste Rindfleisch der Welt aus Kobe komme, das Kobe Beef. Man hat sich erzählt, dass diese Rinder in vollklimatisierten Ställen standen, klassische Musik horchten und täglich dreimal massiert wurden.

Ein Kollege und ich gingen der Sache auf den Grund und gingen abends in ein Restaurant um das Kobe Beef zu probieren.


Ein Filetsteak kostete einen US Dollar pro Gramm. Ein 220 Gramm Steak kostete also mit dem damaligen Umrechnungskurs ca. 5.000 Schilling. Aber es hat sehr gut geschmeckt.


Wir waren Übernacht in Kobe und sind am folgenden Tag um 16:00 Uhr ausgelaufen.


Das China Programm ließ sich sehr gut verkauf und ab 1985 hate Royal Viking Line mehrere Jahre 2 Wochen Kreuzfahrten zwischen Hong Kong und Kobe und zurück im Programm. Viele davon habe ich mitgemacht.


Die Reise endete nach 2 weiteren Nächten und einem Tag auf See in Yokohama, Japan.


Dei Royal Viking Star im Hafen von Yokohama.


Wir haben um 8:00 Uhr angelegt. Das war das Ende der 18-Tage Reise.


Mit Bernhard Meusburger auf dem Weg zum Lunch in Yohomama.



Viele der Passagiere blieben an Bord, da sie die 2 Wochen Kreuzfahrt über Hawaii nach San Francisco dazu gebucht hatten. Der Rest stieg in Yokohama zu.


Die Royal Viking Star ankerte vor Maui, Hawaii.


Die Royal Viking Line Schiffe waren bis auf ein paar kriegsbedingte Situation eigentlich immer ausgebucht.


Der 6-Monate Vertrag endete auch für Bernhard und mich in San Francisco.


Wir sagten der Royal Viking Star auf Wiedersehen und freuten uns auf unseren Heimaturlaub.



Nach dem Urlaub bin ich nach San Francisco geflogen und habe ein ausgiebiges Trainingsprogramm zum Food & Beverage Controller im Royal Viking Line Hauptquartier absolviert.


Das Royal Viking Line Hauptquartier im Embarcadero Center One in den obersten zwei Etagen (42. und 43. Etage):


Nach dem Training bin ich auf der Royal Viking Star in San Francisco eingestiegen für die letzte Alaska Kreuzfahrt der Saison.


Als junger Offizier bei einer Cocktail Party.


Auch Bernhard Meusburger war wieder an Bord.


Die Royal Viking Star in Juneau, Alaska.


Danach verschwanden wir wieder im Pazifik in Richtung Japan und China.



Nun durften Bernhard und ich bei der Crew Tour mit nach Peking.


Auf dem Weg nach Peking.


Der Lunchstopp unterwegs.


Ich habe natürlich auch die Küche angeschaut. Auf dem Land gab es damals noch keine Kühlschränke.


Die Vorbereitungsküche im Hinterhof.


Mahlzeit.


Auf dem Platz des Himmlischen Friedens.



Das Mao Mausoleum.




Am Abend hat man das Hotel bezogen und ist relativ früh zu Bett gegangen.


Mittlerweile war das Sheraton Great Wall Hotel bezugsbereit. Allerdings nur für unsere Passagiere. Wir waren in einem chinesischen Hotel untergebracht.


Am nächsten Morgen ging die Tour zur Großen Mauer von China.


Ein kleines Schild für eine große Mauer.


Die chinesische Mauer mit 6260 km Länge.




Nach der vorsichtigen Öffnung Chinas waren es hauptsächlich chinesische Touristen, die hier anzutreffen waren.


Bernhard und ich bei der Mauer.


Am Nachmittag wurde der Sommerpalast besichtigt.


Am folgenden Morgen ging es in die Verbotene Stadt.


Die Verbotene Stadt.





Die Eindrücke dieser Tour waren natürlich überwältigend.



Ich habe über die Jahre sicher an die 15 China Kreuzfahrten gemacht. Bis 2000 hat sich das Land kaum verändert. Danach ging es Schlag auf Schlag und heute würde ich vermutlich meine alten Plätze nicht mehr finden.


Seit 1988 war ich bei Royal Viking Line Hotel Direktor.


Maitre D' Stefano Fattori, Hotel Direktor Klaus Riezler, Küchenchef Werner Unterberger, F&B Manager Salvatore Marrale.


1989 im Frühjahr habe ich den Mellauer Bürgermeister Hubert Hager und seine Frau Regula für eine 3 Wochen Kreuzfahrt nach Asien auf die Royal Viking Sea eingeladen.

Kurz vor Schluss der Reise musste ich das Schiff in Nagasaki, Japan verlassen und nach Rom fliegen. Dort fand an Bord der Royal Viking Sky das jährliche einwöchige Senior Management Meeting statt. Dort trafen alle Hotel Direktoren und Kapitäne die Top Bosse der Firma und man arbeitete eine umfangreiche Agenda ab.


Danach flog ich von Istanbul über Frankfurt zurück nach Peking, China. Als ich am Nachmittag ankam, holte mich unser Agent am Flughafen ab. Er berichtete mir, dass der Weiterflug nach Shanghai gestrichen war. Er checkte mich in einem Hotel ein und sagte mir, dass er mich morgen anrufen würde, wenn es weitergehen sollte.


Ich fuhr mit einem Taxi zum Platz des Himmlischen Friedens. Dort war viel los. Die Studentenunruhen, über die man schon seit einem Monat jeden Tag in den Zeitungen berichteten, waren wieder voll im Gange. Ich schaute eine wenig zu und ging wieder ins Hotel.


Um 4:00 Uhr in der Früh wurde ich geweckt. Ich musste sofort packen und mit zum Flughafen kommen. Dort wartete eine Militärmaschine, nicht mit Sitzen wohlgemerkt, sondern mit Bänken, wie in einem Kriegsfilm und flog mit uns ca. 20 Passagieren nach Shanghai.