150 Jahre Musikverein Egg, Teil 1
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Freundschaftsgruß und Harmonie, Hörnerschall und Sympathie, erfülle unsere Herzen, verscheuchte Sorg' und Schmerzen.
So steht es im Einleitungstext der Chronik des Musikvereins Egg aus dem Jahr 1876.
Vor 150 Jahren wurde der Musikverein Egg gegründet, als zweiter Musikverein im Bregenzerwald, nach der Bürgermusik Au, die bereits 1863 von Josef Felder gegründet wurde. Die Frage stellt sich für mich als Hobby Historiker und Musikfreund schon, warum dieses Jubiläum in Egg heuer nicht in irgend einer Form zelebriert wurde?
Dieses Bild zeigt die Gemeinde Egg im Jahr 1869 zur Eröffnung des Vinzenzheimes (Armenhaus) auf dem Pfister.

Die Unterhaltungsmusik Egg von1876. Die Instrumentierung war ein Violoncello, zwei Violinen und eine Flöte. (In einer anderen Quelle soll diese Formation bereits 1868 entstanden sein).

Wie schon bei der Gründung des Männergesangvereines Egg im Jahr 1868 waren wiederum die "Mühliger"maßgeblich beteiligt. Anton Schneider, der Lehrer Jodok Meusburger und Melchior Meusburger stammten alle aus dem Weiler Mühle. Rechts Kaspar (Johann Caspar) Simma, Sohn des Löwenwirts von Egg, geb. 1860. Nachdem 1876 der Lehrer Meusburger nach Haselstauden versetzt wurde, löste sich diese Musikgesellschaft auf.
Kaspar Simma kam der Gedanke, eine kleine Tanzmusik mit Blasinstrumenten zu bilden. Um sich selbst die allernotwendigsten Kenntnisse anzueignen, schaffte er sich ein Waldhorn und ein Flügelhorn an. Danach hielt er Ausschau nach Mitgliedern. Michael Meusburger, Mühle war bereit, das bereits vorhandene Waldhorn zu übernehmen. Das Waldhorn wurde dann aber kurze Zeit später von Leo Simma, Mühle übernommen. Josef Hammerer zum Engel wurde gebeten, die Trompetenstimme zu übernehmen. Melchior Meusburger konnte als Klarinettist gewonnen werden. Vier Stimmen waren somit vorhanden. Zusätzlich wurde noch Johann Heidegger, Mühle als Bassist verpflichtet. Die Musikanten bezahlten die Instrumente aus eigener Tasche, wobei man dem Bassisten entgegenkam.
Gemeinde Vorstehen war in dieser Zeit Kaspar Ignaz Troy (1875 bis 1879), Klebern. Auf dem Bild mit Maria Anna Natter, Tochter des Ochsenwirtes Josef Natter und den Söhnen Josef und Kaspar.

Nun wurde fleißig geprobt. Nach drei Wochen konnte bereits Zierers Walzer "Ein Himmel voller Geig'n" annähernd richtig gespielt werden.
Die Sache fand Anklang und nun baten Michael Meusburger Mühle, Jodok Geser Sutter, Michael und Josef Moosbrugger Gerbe, Konrad Fetz, Josef Feuerstein und Kaspar Ritter Mühle um Aufnahme. Dies bedingte eine Änderung der Instrumentierung. Kaspar Simma übernahm nun die Klarinettenstimme und blieb Kapellmeister. Angeschafft wurden für Michael Moosbrugger eine B-Klarinette, für Josef Feuerstein ein B-Bombardon, für Michael Meusburger eine Hoch-C Trompete und für Kaspar Ritter ein B-Althorn. Josef Geser war als Klarinettist ausgewählt, erklärte aber nach der ersten Probe den Rücktritt, da es für ihn zu schwierig war. Konrad Fetz übernahm von Josef Hammerer die E-Trompete und Hammerer wurde Flügelhornist. Das Geld für die Instrumente streckte Löwenwirt Josef Leo Simma vor.
Das Gasthaus zum Löwen von Vater Josef Leo Simma. Leo war ein Sohn des Adlerwirts in Andelsbuch und hatte 1858 die Löwenwirtstochter Maria Natter geehelicht. Ihr Vater Johann Peter Natter stammte vom Gasthaus Adler in Mellau, der die Schwester des Löwenwirts Anna Katharina Eberle heiratete. Natter war nicht nur Löwenwirt, sondern auch Hirschenwirt in Egg.

Leo Simma war ein bedeutender Käsegroßhändler. Nach der Heirat ließ er neben dem Löwen den Kässtadl (Reifekeller mit darunterliegender Sennerei) bauen. Im großen landwirtschaftlichen Gebäude über der Straße vis-à-vis vom Gasthaus Löwen befanden sich große Stallungen für die Pferde. Er soll zwischen Prag und Triest 52 Handelsreisende unter Vertrag gehabt haben. Bis zu 40 Sennerei haben für ihn Käse gemacht und Milchkontingente wurden bis in Lindenberg/Deutschland gekauft. Erzeugt wurden Greyerzer, Limburger und Emmentaler Käse. Er belieferte Kunden in Wien, Ungarn, der Bukowina und Italien. 1881 wurde in der Löwen Sennerei der 1. Molkereikurs in Vorarlberg abgehalten.
Bereits 1860 gehörte Leo Simma einem Konsortium an, dass die Möglichkeit einer Achtalbahn prüfte.
Der Briefkopf von Leo Simma. Er hat für seinen Käse viele Auszeichnungen erhalten.

Der Löwenwirt hatte eine große Gemischtwarenhandlung.
Die Familien Simma und Weidinger vom Gasthaus Löwen stellten für 138 Jahre durchgehend den Kapellmeister des Musikvereins Egg. Der Löwen war immer "Musigwirtschaft" und den Musikanten sehr verbunden. Deshalb möchte ich in diesem Beitrag diese Familie genauer unter die Lupe nehmen.
Im Februar 1877 wurde eine Sammlung in der Gemeinde vorgenommen. Dabei sprachen Konrad Fetz, Kaspar Ritter und Josef Feuerstein auch beim Ortspfarrer Dekan Josef Stöckler vor. Der Empfang war äußerst unerfreulich. Er bezeichnete die Musikanten als Lustenauer Bettler und in einem Tobsuchtanfall schrie er dann: Was! Trompeter braucht man im Krieg! Ich werde die Sache morgen von der Kanzel aus verbieten! Dekan Stöckler empfahl am folgenden Tag den Eltern von der Kanzel aus, die Söhne nicht beitreten zu lassen. Die Hasspredigt verfehlte ihre Wirkung und stoß auf Unverständnis in der Gemeinde. Nur Konrad Fetz ließ sich durch Zureden und Zahlung von einem Gulden durch Kaspar Kohler, Zur frohen Aussicht zum Austritt bewegen.
Alle anderen Musikanten probten munter weiter. 8 Tage später spielten fünf Mitglieder der Lustenauer Kapelle anlässlich eines Sängerballes Tanzmusik im Löwen. Dabei untersuchten sie die Instrumente der Egger. Einige wurden als mangelhaft befunden und mussten umgetauscht werden.
Laut Chronik wurde der Musikverein am 1. März 1877 mit dem Namen Blech Harmonie offiziell gegründet. Die weltliche Musik wurde offiziell Türkenmusik genannt und so steht es auch in den späteren Statuten. So viel also zum Jubiläumsjahr, das eigentlich erst im kommenden Jahr wäre.
Im April 1877 spielten die Lustenauer abermals Tanzmusik im Löwen. Auf Ersuchen erklärte sich Kapellmeister Bösch bereit mit den Eggern einige Proben abzuhalten. Auf seinen Vorschlag hin wechselten einige Musikanten ihre Instrumente und Melchior Meusburger trat als Bassist neu ein. Im Mai 1877 trat Franz Xaver Rusch dem Verein bei und übernahm die zweite Flügelhornstimme.
Den ersten öffentlichen Auftritt im Juli 1877 hatte der Musikverein Egg in der Pfarrkirche Egg. Anlässlich des Jubiläums von Papst Pius IX spielten sie das Te Deum und das Sanctissima.
Es ist schon lustig zu lesen, dass der Herr Dekan nun auf einmal Trompeter in der Kirche gebrauchen konnte.

Dekan Stöckler wurde Ehrenmitglied des MV Egg und wurde zum Wohltäter des Vereins.
Beim Schützenfest in Egg im Juli 1877 spielte der MV Egg bereits 4 leichte Märsche, 2 Polkas und 2 Walzer.
Bald danach wurde der MV Egg von Johann Schneider, Mühle gefragt, auf seiner Hochzeit zu spielen. Nach fleißigen Proben konnte die neu gegründete Tanzmusik des MV Egg 6 Wochen später am Hochzeitstag am 22. August mit Kapellmeister Kaspar Simma, Josef Hammerer Flügelhorn, Leo Simma Bass, Josef Meusburger Trompete, Johann Heidegger und Michael Meusburger Althorn 23 Tänze und die Quadrille spielen.
Im Winter und Frühjahr 1978 traten weitere Mitglieder bei: Wilhelm Hammerer, Franz Josef Heidegger und Johann Meusburger.
Am Ostermontag 1878 wurde der MV Egg zur Mitwirkung bei einer Theatervorstellung nach Bizau berufen, was bei allen Mitgliedern den Geist des Fortschrittes wach rufte. Hier wurde die Idee geboren, die Egger Dilettantenbühne zu gründen.
Am 25. August 1878 gab es ein Konzert im Oberbad, am 29. August ein Konzert in der Sonne in Messmerreuthe.
Im November 1878 kam es Unstimmigkeiten im Verein. Es kam zu einer allgemeinen Aussprache. Als Resultat wurden nun Statuten entworfen und Melchior Meusburger wurde als Vorstand und Johann Heidegger als Kassier gewählt.
Eine Einladungskarte für besondere Bürger zur Christbaumfeier mit Glückstopf (Tombola) am Neujahrsabend 1879 im Gasthaus Löwen.

Diese Veranstaltung war vermutlich politisch motiviert. Der Löwenwirt und sein Sohn Kaspar gehörten dem liberalen Lager an. Genau ein Jahr zuvor hatte die erzkatholische Casino Bewegung im Gasthaus Ochsen am Neujahrsabend eine Christbaumfeier mit Glückstopf.
Am 20. Februar 1879 gab es ein Gemeinschaftskonzert mit dem Männergesangverein und den Kirchenchor im Gasthaus Ochsen.
Bei einem Ausflug nach Bregenz entstand diese Aufnahme von Fotograph Immler aus Bregenz am 6. Oktober 1879.


Jodok Alois Meusburger, Augsten 163, war Oberlehrer und Gemeindevorsteher von
1880 bis 1883.
Oberlehrer Jodok Alois Meusburger (Melkarjosos), Großdorf, und seine zweite Frau Anna Büchele aus Lingenau, Augsten 163.

Vorarlberger Volksblatt 6.3.1880

Im März 1882 gab es im dekorierten Gasthaus Löwen den 1. Musikvereinsball.
Kaspar Ignaz Troy wurde 1883 erneut Gemeinde Vorsteher bis 1888.
1883 wurde Kaspar Ritter, Mühle zum Vorstand gewählt.
1883 heirate Kaspar Simma Maria Katharina Ritter, Mühle. Sie war die einzige Schwester von Kunsttischler Kaspar Ritter.
Seit 1881 hatte Kaspar Simma eingetragene Prokura in der Firma seines Vaters.
Vorarlberger Volksblatt 12.10.1883

Am 21. September 1884 befand sich Kaiser Franz-Josef in Bregenz, anlässlich der Eröffnung der Arlberg Bahn. Der MV Egg spielt an diesem Tag im Gastgarten des Restaurant Forster.

1885 wurde aus dem Musikverein heraus ein Theaterverein - die Dilettantenbühne Egg gegründet. Treibende Kraft war Kunsttischler Kaspar Ritter, Mühle, der schon als Bub in der Fortbildungsschule Mehrerau das Theaterspiel erlernte.

Kunsttischler Ritter zimmerte eine Bühne und am 25. Jänner 1885 kam das Kotzebue Stück Menschenhass und Reue zur Aufführung. Die Zuschauer waren begeistert, Gemeindearzt Dr. Fink hat allerdings in weiser Vorahnung gesagt, dass so in Egg nie mehr gespielt werde. Die Schelte von Pfarrprovisor Walser ließ nicht lange auf sich warten.
Im Mai 1885 kam Johann Georg Rüscher als Pfarrer von Schoppernau nach Egg. Rüscher hatte sich bereits einen Namen gemacht, war doch Franz Michael Felder sein erklärter Erzfeind. Rüscher war als unerbittlicher Gegner aller aufklärerischen Bestrebungen bekannt.
Pfarrer Rüschers Versuche, sich ins politische Egger Leben einzubringen, wurden von den liberalen Gemeindemächtigen bereits im Keim erstickt. Die Liberalen waren damals unter der Führung von Kaspar Ritter, Kaspar Kohler und Kaspar Simma.

1887 wurden im Löwen die liberalen Stücke: Kabale und die Liebe von Schiller und Menschenhass und Reue von Kotzebue aufgeführt.
Pfarrrer Rüscher soll getobt haben und das konservative Volksblatt ließ kein gutes Wort an den Eggern. Nachdem die Löwenwirte im Volksblatt persönlich angegriffen wurden, kam diese Entgegnung von Leo Simma.
Vorarlberger Volksblatt 23.1.1887


1888 wurde Josef Hammerer neuer Vorstand.
Josef Anton Natter, Pfister 17, war Landwirt und Gemeindevorsteher von 1889 bis 1904.

1889 wurde Michael Moosbrugger, Gerbe neuer Vorstand.
Bludenzer Anzeiger 8.6.1889

Der Musikverein Egg spielte 1889 bei der 'Felder Feier' zum zwanzigsten Todestag von Schriftsteller Franz Michael Felder in Schoppernau und Au. Dies muss für Pfarrer Rüscher ein Stich in die offene Wunde gewesen sein.
Die Felder Feier vor dem Rössle in Au.

Bei der Eröffnung der neuen Fluhbrücke am 26. Mai 1890 ging der Festzug mit dem MV Egg über die alte Brücke hinüber und über die neue Brücke herüber.

Die Gemeinde Egg 1890 mit der neuen Fluhbrücke.

1892 wurde Fridolin Simma, Mühle zum Vorstand gewählt.
Mitgliederkarte des MV Egg.


Zum Patroziniumsfest am 6.12. 1892 wurde in der neuen Pfarrkirche die erste Messe gefeiert. Der dekorative Innenausbau folgte später.

Feldkircher Zeitung 10.12.1892

1893 wurde Kaspar Ritter, Mühle zum Vorstand gewählt.
Löwenwirt Leo Simma mit einigen Mitarbeitern.

Die Familie Simma vor dem Löwen 1894. Vater Kaspar Simma mit Alfons, Mutter Maria Katharina mit Friedrich, Maria und Leo Simma, Großeltern Leo und Maria Simma. 1895 wurde noch Olga geboren.

1894 wurde die Brauerei Egg eröffnet. Teilhaber und treibende Kräfte für den Bau waren Kaspar Kohler, Mühle und Kaspar Simma, Löwen.

1894 ließ Löwenwirt Kaspar Simma den Löwensaal von Johann Bertolini und Kunsttischler Ritter umbauen. Darunter entstand die neue Gemischtwarenhandlung.

Der neue Löwensaal.

Die Gemischtwarenhandlung.

Die Reise nach Wien vom 24. Juni bis 1. Juli 1898.
Anlass war das Kaiser Jubiläum und das Bundesschießen in der Residenzhauptstadt Wien. Da man schon mehrmals größere Ausflüge verschoben hatte und die Kasse gut gefüllt war, entschloss sich der Verein, diese Reise anzutreten. Es wurde fleißig geprobt und am 24. Juni 1898 machten sich 27 Musikanten inklusive 2 Fremden mit den Rosswagen auf den Weg nach Schwarzach. Vor dem Bregenzerwälder Hof machte der Fotograph das Bild, das hier zu sehen ist.


Hier wartete man auf den Extrazug nach Wien. Getragen wurden die alte Wäldertrachten mit hellblauen Strümpfen und dem Ewigkeitsblümchen am Hut. Am Bahnhof spielt man einige lustige Weisen. In Wien angekommen, bezog man Quartier in der Franz- Josefskaserne. Die nächsten Tage besichtigte man die Sehenswürdigkeiten und am Abend gab man Konzerte im Prater bei der Rotunde.

Am 29. Juni bestieg man um 22:00 Uhr am Westbahnhof den Zug. Am folgenden Tag gab es einen längeren Aufenthalt in Salzburg, der zur Stadtbesichtigung genutzt wurde. Am 1. Juli morgens um 5:00 Uhr erreichten die Musikanten Schwarzach. Von dort ging es zu Fuß bis nach Egg
Vorarlberger Volksblatt 2.7.1898

1898 ließ der Ochsenwirt eine Kegelbahn und den Saal mit Terrasse hinter dem Haus errichten.

Gemeindeblatt 16.10.1898

Die Egger Dilettantenbühne um 1900.

Am 30. April 1900 verstarb der Alt-Löwenwirt Josef Leo Simma.

In Anbetracht der sich anbahnenden Entwicklung befasste sich die Gemeinde Egg bereits im Jahre 1900 mit dem Projekt, die Wasserkraft der Bregenzerache in Melisau zu erfassen und bei der Tuppenbrücke damit ein Elektrizitätswerk zu betreiben. Den Stein ins Rollen brachten Löwenwirt Kaspar Simma, Braumeister Ach und Kaspar Kohler (Klölar).
Das Projekt scheiterte, weil die erreichbare Kraft im Verhältnis zum Kostenaufwand und zum gegebenen Bedarf zu klein war und deshalb nicht die genügende Rentabilität erwarten ließ.
1901 ging der Bau der Wälderbahn in die Zielgerade. Hier der neuerbaute Egger Bahnhof.

Erzherzog Eugen war in Wien auf die Egger Musikanten aufmerksam geworden. Im Juni 1901 besuchte er die Gemeinde Doren, anlässlich der Eröffnung der Käsereischule. Er bat den MV Egg die Feier mitzugestalten. Also zwängte man sicher wieder in die alten Uniformen, die zum Teil ausgeliehen werden mussten und begab sich bei strömendem Regen mit Rossfuhrwerken nach Doren. Bei der Feier wollte allerdings auf Grund des miserablen Wetters keine rechte Freude aufkommen.

Gemeindeblatt 20.4.1902

Das grosse Fest zur Eröffnung der Wälderbahn.
Vorarlebrger Volksblatt 13.9.1902

Pünkltich traf der Zug um 9:06 in Egg ein.

Der MV Egg vor dem Löwen und Ochsen.

Das Festgelände auf dem Pfister.

Der Pavillon, erbaut für das Volksfest 1902, wurde danach vom Verschönerungsverein auf der Franz-Josefshöhe positioniert. Dort wurden nun in den Sommermonaten bis zu 4 Platzkonzerte gespielt.

Alois Kohler, Landwirt, Kohlgrub 19 wurde Gemeindevorsteher von 1904 bis 1919.
Die Egger Tanzkapelle 1904.


Die Löwen Dependance vis-à-vis des Löwens über der Strasse wurde 1904 fertiggestellt.


Ab 1904 leitete der ehemalige Buchhalter von Leo Simma die Geschicke des Löwen.

1894 gab es 4 Platzkonzerte beim Pavillion auf der Franz-Josefshöhe.
Der Bregenzerwald-Verein unter Vorsitz des Reichtagsabgeordneten Jodok Fink formiert sich 1905. Für die Gemeinde Egg saß der Löwenwirt Kaspar Simma im Ausschuss. Daraus entstand später der Fremdenverkehrsverein.
Vorarlberger Landeszeitung 26.7.1905

Bei der Jahreshauptversammlung 1906 wurde beschlossen, jedem Musikant bei der Probe
2 Glas Bier aus der Vereinskasse zu bezahlen.
Am 22. Dezember 1906 verstarb die Alt-Löwenwirtin Maria Simma.

Kaspar Simma war federführend bei der Verwirklichung des Elektrizitätswerks Egg.
Vorarlberger Volksblatt 5.5.1908


Auch die von beiden Kraftwerksbetreibern Egg und Andelsbuch umworbenen Nachbargemeinden gönnten schließlich den Gewinn doch lieber den Eggern als dem „reichen Fabrikanten am Land draußen", als sie sich zum Anschluß an das E-Werk Egg entschlossen.
Noch im selben Jahr wurde die Stromlieferung auch nach Lingenau beschlossen, ebenso konnte man mit einigen Parzellen von Schwarzenberg einig werden. Nach dem Weltkrieg wurden dann auch große Teile von Hittisau angeschlossen.
Die Büroräume waren zunächst im Haus von Anton Greber in der Gerbe 22, dem ehemaliges Gasthaus Stern untergebracht.
Am 24. Mai 1908 empfahl der Vorarlberger Landtag, der MV Egg solle in der alten Wäldertracht an der Feier der 60-jährigen Regierungstätigkeit von Kaiser Franz-Josef in Wien teilnehmen. Die Reise wurde getrübt durch die Tatsache, dass der schwerkranke Kapellmeister Kaspar Simma nicht mitreisen konnte. Er wurde vertreten durch seinen Sohn Leo.



Kaspar Simma verstarb am 23. August 1908 mit 48 Jahren an einem Krebsleiden.

Vorarlberger Landeszeitung 24.8.1908

Für den Löwen wurde nun der Andelsbucher Johann Kaspar Simma als Prokurist bestellt. Seine Gattin Barbara Franziska (Fanni) geb. Feurstein war eine Tochter des Postwirtes und Gemeindearztes in Egg Dr. Engelbert Feurstein. Sie war in den kommenden Jahren die beliebte Löwenwirtin.

Egg gehörte um 1910 zu den modernsten Gemeinden in Vorarlberg. Man hatte eine neue Fluhbrücke, eine neue Kirche und Schule und das Zentrum nahm schon beinahe städtische Züge an. Man denke an die Brauerei, die neue Bruggmühle, die Badeanstalt, die Bahnhof Restauration, das Hammerer & Kessler Fabriksgebäude, die Strohhutfabrik, die Löwen-Dependance, die neue Villa in der Mühle, die neuen Bürgerhäuser in der Gerbe und an das neue Natterhaus neben dem Ochsen.
Zudem waren damals in vielen Privathäusern, Handwerker- und kleine Industriebetriebe untergebracht.
Am 19. April 1910 verstarb die Löwenwirtin Maria Katharina Simma mit 49 Jahren. Innerhalb von zwei Jahren wurden die Löwenwirt-Kinder zu Vollwaisen.

Die kaufmännischen Agenden übernahm nun Sohn Leo Simma.
Das Löwenwirt-Haus, Kammern 168, wurde 1910 neu erbaut.
Die Löwenwirt-Tochter Maria Simma und Nikolaus Melchior Helbock haben am 7.11.1910 geheiratet und sind in Kammern eingezogen.
Kinder: Friedrich 1911, Artur 1912, Olga 1914
1911 wurde Leo Simma, Mühle zum Vorstand gewählt.
Egg, Loco 1911.

1912 wurde Kaspar Ritter, Mühle zum Vorstand gewählt.
Am 28.7.1914 beginnt mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarn an Serbien der Weltkrieg.
Der hochdekorierte Nikolaus Melchior Helbock, gefallen am 27.6.1916, in Mattasone/Trentin. Er war der Gatte der Löwenwirt-Tochter Maria Simma.

Ab 11.11.1918 war der Weltkrieg vorbei. Acht Musikanten kehrten aus dem Weltkrieg nicht mehr heim.
1919 wurde Anton Schneider, Mühle zum Vorstand gewählt.
Alois Weidinger aus Blindenmarkt/Niederösterreich, besuchte nach dem Weltkrieg die Käsereischule in Doren. Danach arbeitete er in der Sennerei Großdorf.
Am 23.6.1919 ehelichte er die Löwenwirt-Tochter und Witwe Maria Helbock. Er arbeitete in der Sennerei im Löwen und betrieb die Landwirtschaft in Kammern.
KInder: Alois, geb.1920, Josef , geb. 1924 (2 Tage nach der Geburt verstorben),
Leo, geb. 1925.

Das traurige Schicksal der anderen Löwenwirt-Kinder.
Sohn Friedrich, geb. 1894, hatte Lungentuberkulose. Er verbrachte den Weltkrieg in einer Heilanstalt in der Schweiz und verstarb 1921. Tochter Olga, geb. 1895, verstarb 1918 an der Spanischen Grippe. Sohn Alfons, geb. 1898, verstarb 1913 in der Valduna in Rankweil.
Anton Schneider, Gamswirt und Landwirt, Rain 96 wurde Gemeindevorsteher von
1920 bis 1929.
Langsam trafen die Kriegsgefangenen in Egg ein.
Gemeindeblatt 18.1.1920

Nach dem Weltkrieg wurde Schreinermeister Anton Schneider, Mühle Obmann des Musikvereins Egg. Gemeinsam mit Kapellmeister Leo Simma konnten 1921 17 junge Musikanten in den Verein aufgenommen werden.
Mit 50 bis 60 Proben jährlich wurde der MV Egg bald zur beliebten Festmusik.

Die Geldentwertung nach dem Weltkrieg war allgegenwärtig. 1923 sprach man bereits von einer Hyper-Inflation.

1919 erwarb die Gemeinde Egg das Bad Hopfreben in Schoppernau. Nach dem Neubau des Badhauses (rechts) wurde das Bad Hopfreben 1924 neu eröffnet. Der MV Egg fuhr zu dieser Ausrückung erstmals mit einem Autobus.

Ende 1924 begann die Währungsreform. Krone und Heller waren Geschichte. Der Schilling und die Groschen kamen. Der Umrechnungskurs war 10.000 Kronen zu einem Schilling.

Gemeindeblatt 18.1.1925

Bauplan des bekannten Andelsbucher Architekten Alfons Fritz zum Bau des neuen Kässtadls im Löwen.


1927 wurde die Shell Tankstelle vor der Löwen Dependance eröffnet. Das Bild stammt aus den 1960er Jahren.

Gemeindeblatt 15.1.1928


Die Weltwirtschaftskrise war auch im Bregenzerwald spürbar. Die Arbeitslosigkeit war groß.
Kaspar Schwärzler, Landwirt, Rain wurde Gemeindevorsteher von 1930 bis 1938, ab 1934 wurde er Bürgermeister genannt. Zudem war er Landtagsabgeordneter von 1932 bis 1938.
Der Musikverein Egg 1932 mit 32 Mitgliedern.

Anton Lang, Friedrich Helbock, Peter Simma, Hans Schneider, Adolf Troy, Johann Schneider, Ernst Reiser
Josef Anton Meusburger, Jodok Lang, Josef Anton Franz, Adolf Brunn, Jakob Lechleitner, Josef Hammerer, Josef Silvester Hammerer, Eduard Hammerer, Hans Hammerer
Adolf Lechleitner, Robert Bischof, Josef Lang, Anton Schneider, Leo Simma, ? Fetz, Kaspar Troy, Benedikt Eiler, Franz Anton Eberle
Eduard Eberle, Anton Feldkircher, Leopold Stöckler, Franz Lang
Das Riebl Orchester von Maria Weidinger im Gasthaus Löwen.

Die Sennerei im Gasthaus Löwen.

Gemeindeblatt 22.12.1935

1936 wurde Hans Schneider, Gerbe zum neuen Obmann des MV Egg gewählt.
Bisher nie gekannte Anforderungen stellte die Ausrichtung des Bezirksmusikfestes 1936 an den Musikverein Egg. Das Festgelände am Schmittenbach wurde mit 400 m3 angeführtem Material geebnet. Ein Zelt gab es damals noch nicht, aber die Egger hatten Glück mit dem Wetter.
Gemeindeblatt 16.8.1936

Eine sehens-und lesenswerte Festschrift.
Gefallenenehrung mit Dr. Anton Schneider, Mühle.

Zusammenstellung des Festzuges am Bahnhof.


Der Festplatz

Der MV Egg beim Umzug der Gewerbe- Hausindustrie- Jagd- und Bastlerausstellung im September 1936.

Gemeindeblatt 20.2.1938


Am 15.3. 1938 waren die NS Truppen in Egg.

Am 21. Juli 1938 wurde der bisherige Vorsteher Kaspar Schwärzer verabschiedet; Ing. Hans Felder wurde zum Bürgermeister bestellt.
Diese Aufnahme, im Herbst 1938 aufgenommen, zeigt den MV Egg erstmals in Uniform seit der alten Wäldertracht vor dem Weltkrieg. Von der musikalischen Qualität war der Verein an einem nie dagewesenen Höhepunkt angelangt.


Eine Gesellschaft mit Leo Weidinger an der Handorgel vor dem Ochsen.

Gemeindeblatt 22.1.1939

Interessanterweise war 1939 der Musik-Ball erstmals im Ochsensaal. Dies war der letzte Musik-Ball für die nächsten 8 Jahre.
Gemeindeblatt 5.2.1939

Die Egger Tanzkapelle im Saal im Gasthaus Adler in Großdorf: Die Bühne wurde „Schpielbeatlar“ genannt. Hinter dem oberen Brett war eine Rinne, wo die Gäste Geld hineinlegten.

Adolf Kling, Friedrich Helbock, Edwin Meusburger, Jodok Lang, Leo Meusburger, Hans Schneider, Hans Hammerer
Das erste große Zerwürfnis mit der NS-Partei gab es am Fronleichnamstag, als man dem
MV Egg verboten hatte, auszurücken.
Kurze Zeit später wurde der MV Egg dem Standschützenverband Tirol-Vorarlberg angeschlossen und das Vermögen konfisziert. Dies kam einer Auflösung des Vereins gleich.
Vorarlberger Tagblatt 7.3.1940


Die trauernde Maria Weidinger, die im 1. Welkrieg ihren 1. Ehemann verloren hatte und nun ihren ältesten Sohn. Hinter ihr ist Leo Weidinger.

Artur Helbock, 2. Sohn von Maria Weidinger aus 1. Ehe bei der Einrückung.

Während dem 2. Weltkrieg mussten die Musikanten nur noch bei Kreuzsteckungen auf dem Friedhof ausrücken. Das machten die alten ehemaligen Musikanten, die nicht mehr einrücken mussten.
Vereinsvorstand Hans Schneider mit der Egger Schützen-Schwedenfahne beim Vorbeimarsch an der Innsbrucker Hofburg im Sommer 1941.

Konrad Dorner 1867 - 1942 war viele Jahre Meistersenn beim Löwenwirt.

Musterung des Jahrgangs 1925 am 26.8.1942. Leo Weidinger spielte die Handorgel.

Am 23.11.1944 ist Maria Weidingers älterer Sohn aus 2. Ehe Luis Weidinger in Ungarn gefallen.

14 aktive Musikanten waren im 2. Weltkrieg gefallen oder galten als vermisst.
Kaspar Schwärzler, Rain wurde von 1945 bis 1950 wieder Bürgermeister.
1946 kehrten Edwin Meusburger und Leo Weidinger aus dem Krieg heim. Sofort begann man Nachwuchskräfte für den MV Egg auszubilden. Dies wurde von den französischen Besatzern geduldet. Am Weißen Sonntag hat man erstmals wieder die Erstkommunikanten begleitet.

Auch der Verein durfte wieder gegründet werden. Als Vorstand wurde wieder Hans Schneider und als Kapellmeister Leo Simma gewählt.
Am 10. Februar 1947 gab es wieder den Musik-Ball im Löwensaal.
Im Herbst 1947 trat der Musikverein Egg dem Vorarlberger Harmoniebund bei.
1948 wurde Edwin Meusburger, Hub zum neuen Vorstand gewählt.

Bei der Jahreshauptversammlung 1948 waren 15 aktive Musikanten und und 12 aufzunehmende Mitglieder anwesend.
Gemeindeblatt 30.1.1949

Gemeindeblatt 18.2.1949


Große Vorbereitungen verlangte das von Leo Weidinger einstudierte Weihnachtskonzert 1949. Langjährige Mitglieder wurden erstmals mit der Vorarlberger Harmoniebund Medaille geehrt. Bei diesem Konzert fand die offizielle Taktstockübergabe von Leo Simma an seinen Neffen Leo Weidinger statt.

Leo Weidinger studierte nach dem Krieg im Mozarteum in Salzburg Klavier und Klarinette.
Die Musikgesellschaft Fehraltorf bei Zürich besucht Egg vom 26. bis 27. August 1950.
Kapellmeister Leo Weidinger begrüßt seinen Kollegen Franz Iten. Aus dieser Begegnung entstand eine jahrelange Freundschaft zwischen den Vereinen.

Das Mädchen in der Juppe ist Mikle Oberzell vom Ochsen.

Johann Peter Sutterlüty von der Bruggmühle wurde zum Bürgermeister gewählt von 1950 bis 1965.
Nach einem Jahr Einschulung wurde am 10.3.1951 der Musikverein Großdorf gegründet. Hans Hammerer, Hubert Rehm, Erich Meusburger und Franz Fetz wurden nun beim MV Egg gelöscht. Hans Hammerer war der 1. Vorstand und Armin Geuze, Alberschwende der
1. Kapellmeister der Großdorfer.


Der MV Egg und die Singgemeinschaft Egg mit Landeshauptmann von Oberösterreich Dr. Gleisner im April 1951.

Das Bezirksmusikfest zum 75 Jahr Jubiläum fand 1951 an Pfingsten am Schmittenbach ohne Zelt statt. Als Fahnenpatin konnte Elfriede Lang gewonnen werden und Artur Helbock wurde Fähnrich.
Gemeindeblatt 13.5.1951

Am Sonntagabend gaben die Egger und Fehraltorfer Musikanten ein Konzert im Löwensaal. Beim Weckruf war es neblig und es nieselte leicht. Danach klarte der Himmel auf. Pünktlich zu Beginn des Umzuges um halb zwei Uhr fing es an zu regnen und zu schneien. Die Wertungsspiele der 24 angetretenen Vereine mussten in die Säle der Egger Gasthäuser verlegt werden. Der MV Egg trat in der Oberstufe an und erhielt die Note sehr gut.
Von diesem denkwürdigen Fest kenne ich nur dieses Bild.
Richard Fetz, Mühle 47 und Josef Anton Meusburger (Hansjökles), Unterbach 150.

Am 26.5.1951 machte der Musikverein Egg den Gegenbesuch in Fehraltorf. Fähnrich Arthur Helbock mit der neuen Vereinsfahne.

Der Empfang am Bahnhof.


Fahnengottle Elfriede Lang, Festjungfrau Herma Sutterlütty, Kapellmeister Leo Weidinger und ‚Poscht‘ Marie.

Am 4. Juni 1950 besuchte der MV Egg das Bundes-Musikfest in Bludenz. Unterwegs war man mit einem LWK mit Plane. Auf dem Nachhauseweg zwischen Nenzing und Frastanz begann Egide Meusburger während der Fahrt die Plane aufzurollen. Dabei wurde er von einem tiefhängenden Baumast erfasst und vom LKW geschleudert. Egide hatte Glück und er kam ohne Blessuren davon.
Der erste Kapellmeisterkurs Vorarlbergs fand 1952 versuchsweise an 2 Tagen in Egg statt. Ab 1957 fand dieser einwöchige Kurs über viele Jahre im Löwensaal statt. Dies war eine besondere Herausforderung für den MV Egg, da er die ganze Woche verfügbar sein musste. Allerdings war das vermutlich das beste Training, das man als Musikverein erhalten konnte.
Vorarlberger Nachrichten 1.3.1952

Gemeindeblatt 13.4.1952



Am 28.2.1953 wurde der Löwen neu gegiebel und aufgestockt von Zimmermeister Jodok Fetz.

Leo Weidinger und Alois Greber, Egg, Valentin Paluselli, Schwarzenberg.

Der MV Egg mit Festführer Hugo Isenberg beim Umzug der 200-Jahrfeier des Zunftvereins Egg am 23.8.1953.


Am 19.9.1953 wurde in einer Sitzung beschlossen, eine Tracht anzuschaffen.
Am 19.12.1953 wurde wieder eine außerordentliche Sitzung einberufen. Anhand von Puppen wurden nun die verschiedenen Modelle und Stoffmuster von Schneidermeister Kaspar Eberle vorgelegt. Man entschied sich für den blauen Rock, rote Weste, schwarze Hose und blaue Strümpfe für 850 Schillinge. Schuhmachermeister Edwin Meusburger lieferte die Schnallenschuhe für 258 Schillinge.
Ehrenkapellmeister Leo Simma äußerte Bedenken bezüglich der Finanzierung. Es wurde vereinbart eine Druckschrift an alle Hausehalte (ohne Großdorf) zu schicken, um die Leute auf eine Haussammlung aufmerksam zu machen. Dafür gab es an Weihnachten ein Freikonzert als Dankeschön.
Die Haussammlung ergab einen Betrag von 48.723 Schillinge. Nachdem alle Rechnungen bezahlt wurden, blieben fast 6.000 Schillinge übrig.
Der Musikverein Schorndorf bei Stuttgart wurde von Hutfabrikbesitzer Ewald Sommer eingeladen. Auf diesem Bild bei der Hutfabrik.


Der MV Egg am Weissen Sonntag 1954.

Am 23.4.1954 verstarb das letzte Gründungsmitglied des MV Egg, Kunsttischler Kaspar Ritter, Mühle.

Am Muttertag am 9.5.1954 zeigte sich der Musikverein Egg erstmal in der neuen Tracht.

An diesem Tag wurde die Hochzeit gefeiert, dann ging es auf Hochzeitsreise. Die Nachhochzeit wurde erst nach der Reise am 20. Juni gefeiert.

Abschied von Anneles Elternhaus (Dr. Walter Willam) an der Hub. Der kleine Bub ist Nachbar Theo Meusburger (Schuohmachars).


Ständchen mit Landeskapellmeister Prof. Xaver Westerop.

Am 31.8.1954 stellte Leo Weidinger die neue Tanzkapelle vor.


Der Musikverein im Löwensaal bei der Hochzeit von Josef Anton Türtscher, Hof und Elisabeth Sutterlüty, Bruggmühle am 26.9.1954.

Einen besonderen Deal ließen sich der Vorstand des Gewerbe- und Handwerker Zunftvereins Egg-Großdorf Uhrmachermeister Josef Meusburger und der Vorstand des MV Egg Schuhmachermeister Edwin Meusburger einfallen. Der Zunftverein musste zur Anschaffung der neuen Tracht dem MV Egg 2.500 Schillinge spendieren. Dafür wurde der Zunftverein beim MV Egg als Ehrenmitglied aufgenommen und verpflichtet sich fortan am Zunfttag auszurücken. Dies löste bei der Jahreshauptversammlung 1955 eine rege Debatte aus, wurde aber schlussendlich beschlossen. Da die beiden Vorstände Brüder waren, leitete diesen Punkt der Versammlung Josef (Beppi) Hammerer.

Am 4. Juni 1955 machten der MV Egg eine Reise ins Schwabenländle. Arrangiert hat das der Hutfabrikbesitzer Ewald Sommer. Er war auch Reiseleiter der Ausfahrt. Der erste Halt war in Ulm, wo man das Münster besichtigte. Danach ging die Reise weiter nach Stuttgart zu den Mercedes Werken. Das Reiseziel war Schorndorf. Am Abend gab es ein Großkonzert mit den Schorndorfern und dem MV Egg. Das nächste Ziel war Sulz am Neckar. Dort spielten wieder beide Kapellen in einem übervollen Großzelt. Am folgenden Tag ging die Reise nach einem Halt bei den Langenarger Musikfreunden nach Hause.
Ewald und Elenore Sommer mit Joachim und Ingeborg. Sommer war war Ehrenmitglied des MV Egg und ein großer Gönner.

Zum ersten Mal spielte der MV Egg am 2.8.1955 im Wirtschaftszelt auf der Mustermesse Dornbirn.
Die ‚Fehraltorfer‘ luden den MV Egg zu ihrem Neue-Uniform Fest am 3.9.1955 als Festmusik ein.

Vorstand Edwin Meusburger hielt eine Ansprache in der Reithalle vor 1500 Menschen.


Primiz von Norbert Mayer, Gerbe am 2.4.1956.

Pater Peter Paul Mayer mit Luzia Schneider, Anna Franz und Ottilie Troy.

Am 27.5.1956 Dreharbeiten mit dem MV Egg für den Heimatfilm "Die Fischerin vom Bodensee".
Beim Landesmusikfest in Feldkirch am 17.6.1956 erspielte man in der Oberstufen einen 1. Rang.

Beim Kreismusikfest in Rottenburg am Neckar lernten die Egger den Südtiroler Komponisten und Kapellmeister Sepp Thaler kennen. Beim Wertungsspiel erreichte der MV Egg einen 1. Rang mit Vorzug.
Löwen Bedienung Hermina Troy mit Lux.

Im Vereinsjahr 1956 gab es 54 Proben mit der gesamten Musik und zusätzlich 85 Proben mit Anfängern und geteilten Gruppen.
Beginn eines einzigartigen Konzeptes, der Maskenball in zwei Sälen gleichzeitig. Im Ochsen spielte eine moderne Kapelle und im Löwen eine Volkstümliche.
Gemeindeblatt 3.3.1957

Am 24.3.1957 gab es erstmals den einwöchigen Kapellmeisterkurs im Löwensaal. Der MV Egg fungierte dabei als Schulkapelle. Als Lehrer waren Landeskapellmeister Prof. Xaver Westerop und Sepp Tanzer aus Tirol.
Der Obmann Edwin Meusburger stellt Landeskapellmeister Xaver Westerop und Sepp Tanzer (Wiltener Musikanten) vor.



Ausrückung bei der Primiz von Johann Ulrich Sutterlüty am 22.4.1957

Gemeindeblatt 12.5.1957

Ausrückung am 14.7.1957 zur Primiz von Richard Flatz.

Am 8.9.1957 fand in Egg das 300-Jahre-Jubiläums-Gedenkschiessen um die Schlacht an der Roten Egg statt.


Hubert Hammerer mit Vater Kaspar Hammerer, Jüpplerinnen, Fähnrich Albert Hammerer, Fahnengottle Herma Sutterlüty und Oberschützenmeister Hans Schneider.

Das Weihnachtskonzert 1957 fand im Ochsensaal statt, da die Behörde keine Großveranstaltung im Löwensaal erlaubte, bis der Ausgang umgebaut wurde.
Die Bauernkapelle auf Europa Tournee.
Der absolute Höhepunkt war die Einladung der Österreichischen Hotelplan AG (Reisebüro) zu einer Werbetour nach Großbritannien und Belgien im Jänner 1958. Leo Weidinger erkannte diese einmalige Chance und hatte in kürzester Zeit die Zusage aller Mitglieder.
Die Schuhplatter- und Trachtengruppe aus Mayrhofen im Zillertal und die Jodlerin Hilde Meixner war auch mit dabei.
Verladung des Tour Busses auf die Fähre in Oostende, Belgien.

Auf Leo Weidinger wartete im Hotel in London ein Telegramm, dass
Sohn Christof zur Welt gekommen ist.

Die Gruppe vor dem Buckingham Palast.

Bei der BBC Live Übertragung in der Westminster City Hall in London.
Hilde Meixner, Tone Brändle und Ludwig Bertel.

Die Tournee ging weiter in Großbritannien - Bristol, Cardiff, Manchester, New Castle, Bradford und Nottingham wurden besucht. Die Busfahrten durch das Land im Jänner waren eintönig, karg und ausser ein paar Schafen gab es nicht viel zu sehen.

Die Gruppe vor dem noch nicht ganz fertig gestellten ‚Atomium’, das in Brüssel für die Weltausstellung 1958 erbaut wurde.

Live Übertragung im belgischen Fernsehen.

Nach 3 Wochen wieder glücklich in Egg gelandet.

Auf dem Weg in den Löwen.

Zur Finanzierung der Neuinstrumentierung wurde 1958 eine Haussammlung durchgeführt.
Die neuen Instrumente lieferte die Firma Hinteregger, Wolfurt. Nun begann die Probenarbeit mit der Umstellung auf Normalstimmen.
Gemeindeblatt 9.2.1958

Kapellmeisterkurs im März 1958 mit Bundesmusikdirektor
Xaver Westerop und Sepp Tanzer.

Ausrückung bei 40-jährigen Priesterjubiläum von Pfarrer Ferdinand Rheinberger im Mai 1958.

Empfang für den Europameister im Armbrustschiessen, Hubert Hammerer.

Vater Kaspar Hammerer mit Hubert und Gattin Olga.

Ausrückung bei der Fahnenweihe der Turnerschaft Egg.


In der Löwen Küche. Olga Helbock und Marianne Marxgut.


Kampellmeisterkurs im Löwen im März 1959.


Der Großdorfer Kapellmeister Sepp Rehm.

1959 gab es erstmals nach dem Kapellmeisterkurs ein Abschlußkonzert im Löwensaal.
Ausrückung am 21.3.1959 beim Besuch von Bundeskanzler Dr. Ing. Julius Raab im Löwensaal.

Auf diesem Bild sieht man die neuerstellte Galerie im Löwensaal.
Vom 29.5. bis 3.6.1959 machte die Tanzkapelle eine Österreich Rundfahrt. Hier ein Auftritt in Wien.


Der Musikverein Egg beim Bundesmusikfest in Dornbirn am 6. und 7. Juni 1959.

Ausrückung beim Landessängertag in Egg im Juni 1959.


Fremdenverkehrsverein: Friedl Hammerer, Rudolf Dorner, Leo Weidinger, Erich Behmann, Erwin Bechter.

Hier endet Teil 1.
Ich darf mich recht herzlich bedanken
bei Mag. Elisabeth Wicke Mellau, für die Übersetzung der Chronik aus der deutschen Kurrentschrift
beim Bregenzerwald Archiv und dem Musikverein Egg für die Überlassung der Chronik
bei Luis Weidinger für die Überlassung von Bildern und die vielen Informationen
Immer ein ganz besonderes Geschenk, besonders in der Vorweihnachtszeit.

Der Archiv Blog von Klaus Riezler ist ein Medium des Egger Kulturvereines


Wir bieten monatlich ein buntes Programm für jung und alt. Infos und Tickets zu den monatlichen Veranstaltungen finden sie hier:


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