Suche

Das Theater mit der Kirche, erster Akt


Diesen Titel habe ich bewusst so gewählt. Eigentlich müsste er heissen: Das Theater und die Kirche. In diesem Beitrag habe ich die Anfänge des Laientheaters im Bregenzerwald aufgearbeitet. Für mich spannend war die Frage, wie der damalige Klerus mit den aufgeführten Stücken umgegangen ist.


Dieser Beitrag erscheint in drei Teilen, also ein Dreiakter.

Das Egg Museum hat über die Bregenzerwälder Theaterlandschaft 2016 ein umfassende Ausstellung gezeigt.



Die Kuratorin Nathalie Winkel, Reuthe hat damals erforscht, wo und wann im Bregenzerwald Theater gespielt wurde.


Wie man auf dieser Tafel sehen kann, wurde in fast allen Bregenzerwälder Gemeinden irgend wann einmal Theater gespielt und in vielen ist das Gottseidank bis heute der Fall. (Gottseidank hört sich gut an im Zusammenhang mit diesem Beitrag).

I. Ausgangslage.

Nach dem verlorenen Krieg gegen die Preussen 1866 musste Kaiser Franz Josef etwas tun, um die Stimmung in seinem Habsburger Reich wieder zu heben. Er liess endlich das Vereinswesen zu. Schon kurze Zeit später entstanden in Österreich die ersten Vereine.


Entscheidungsschlacht bei Köngiggrätz.


Entstanden sind nun auch die ersten Theatervereine im Bregenzerwald. Dilettanten-Gesellschaften nannte man sich. Heute klingt das nicht gerade sehr nett. Damals waren Dilettanten einfach Laien - also Amateure und keine Profis.


II. Konfliktstoff.


Realismus (1848–1890)

Der Realismus ist eine Literaturepoche zwischen 1848 und 1890. Er versucht, die Wirklichkeit möglichst objektiv zu beobachten und abzubilden.


Theaterstücke wurden nun meist aus der Zeit der Aufklärung gespielt. Solche Stücke wurden damals auch im Bregenzerwald aufgeführt.


Besonders die Literatur von Friedrich Schiller wurde auf der Bühne dargebracht.


Schiller war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom aufgeklärten deutschen Bürgertum zur Galionsfigur deutscher Bildung, nationaler Freiheit und liberaler Haltung hochstilisiert worden.


Dies sehr zum Ärgernis der katholischen Kirche. Konflikte waren vorprogrammiert.


III. Die 'Gegner'.


Seit der französischen Revolution und während den napoleonischen Kriegen wurde die katholische Kirche in Europa sehr unterdrückt. Danach konnte sich die Kirche mit ihren konservativen Kräften wieder festigen. Danach sehnte sich übrigens auch ein Großteil der gottestreuen Bregenzerwälder Bevölkerung.


In den 1860er Jahren erlebte in Österreich der Konflikt zwischen den politischen Ansprüchen der katholischen Kirche einerseits und des liberalen Bürgertums einen ersten Höhepunkt.


In dieser Zeit entstand auch die Kasino Bewegung.

Die Kasinobewegung war eine politisch-soziale Bewegung innerhalb des deutschsprachigen Katholizismus ab den 1860er Jahren. Kasinogesellschaften wurden nach der bürgerlichen Revolution in Frankreich als gesellschaftliche Vereine gegründet. Der Name leitet sich vom italienischen Wort casinó ab, was „Spielstätte“ bedeutet.


Der deutsche Jakob Lindau gründete in Heidelberg, Deutschland das erste Kasino.


Die Kasino Bewegungen waren jeglichen neuen 'Moden' sehr kritisch eingestellt.


Vorarlberger Volksblatt 5.12.1871

Das Gasthaus Adler ist heute der ehemalige Gasthof zur Post.


Bekanntestes Egger Kasino Mitglied war der spätere Andelsbucher Reichtagsabgeordnete Dr. Jodok Fink, der auch eine zeitlang Vorsitzender war.


Dr. Jodok Fink (1853 - 1929).


Aus der Kasino Bewegung entstand 1903 der Christlich-Soziale Verein Österreichs und später die Volkspartei.


Andererseits waren es oft Pfarrer und Kapläne im Bregenzerwald, die das Theaterspiel der Jugend in der Schule und in Kirchenchören förderten, ja sogar leiteten. Allerdings wurden da ausschliesslich gottesfürchtige oder triviale Stücke aufgeführt. Das Theater wurde durchaus auch als Lernunterricht für die Weiterbildung angesehen.

Nicht selten wurden die Erlöse als Spende für eine neue Kirchenorgel oder neue Kirchenglocken verwendet. In den Kriegsjahren wurden die Theatereintritte auch Minderbemittelten gespendet.

Bevor wir die Reise durch die Bregenzerwälder Theaterlandschaft antreten, habe ich noch eine Anmerkung zum verwendeten Bildmaterial.

Ich werde auf Postkartenmotiven die Bregenzerwälder Dörfer zeigen, in denen Theater gespielt wurde.

Theater wurde vornehmlich im Fasching gespielt. Die Postkarten passen zeitlich, aber leider gab es zu dieser Zeit kaum Winteraufnahmen. Aber ich finde, man kann sich trotzdem gut in die damalige Zeit hineinversetzen.



Was ist Theater?

Das Theater erlaubt uns durch den Mund einer uns fremden Persönlichkeit zu sagen, was wir selbst uns sonst nicht zu sagen wagen - zu sehen, was man sonst nicht zu sehen wagt, oder was uns das Schicksal nicht zu sehen erlaubt - das Leben eines anderen zu führen, der mächtige oder freier ist als wir und zu erleben, was man im gewöhnlichen Dasein nicht erlebt.

Moliere.



Das erste Laientheater in Vorarlberg spielte 1864 in Bizau.

Fasching: „Streit des Schneiders mit dem Schuster“ (Posse). Bildhauer Anton Rüscher (1828-1899) war einer der Schauspieler, neben vorübergehend in Bizau wohnendem Nagelschmid aus Deutschland. Dort gab es Gesellenvereine, in denen Theater gespielt wurde.


„Der häusliche Zwist“ von August von Kotzebue (1761-1819) im Gasthof „Schwanen“ in der Stube aufgeführt. Die Frauenrolle wurde von einem Mann übernommen. Anton Rüscher, der einige Bücher besaß, lieferte die Vorlage.


Laiendarsteller der ersten Jahre: Anton Rüscher (1828-1899) „Bildhouars Tone“ Jodok Feurstein (1843-1885) „Beckojoso Dokus“ Ignaz Felder (1838-1907) „Schnidaro Buobo Naze“ Johann Jakob Feurstein (1809-1868) „Wolfo Jauk“ Johann Michael Feurstein (1845-1927) „Jauko dar groß Buob“ Johann Josef Feurstein (1840-1929) „Beckojoso Hansosef“ Hieronymus Meusburger (1843-1903) „Sepplars Ronemus“ Valentin Meusburger (1834-1919) „Sepplars Välledin“ Christian Meusburger (1848-1889) „Sepplars Krista“


Die Verteilung der Rollen gestaltete sich sehr schwierig, da jeder Darsteller die „schönste“ für sich beanspruchte. Deshalb ging man schnell dazu über, daß sich jeder ein eigenes Stück aussuchen und die Rollen selbst verteilen konnte.

Bizau 1865. Frühjahr „Der häusliche Zwist“ (Kotzebue) im Gasthof „Hirschen“ wiederholt.


Bizau Gasthaus Hirschen.


Bizau 1866. Offizielle Gründung der Dilettanten-Gesellschaft.


1866 übernimmt Gebhard Wölfle (1848-1904) zusammen mit Lehrer Johann Michael Feuerstein (1845-1927) die Leitung des Theaters. Zur Aufführung kommt „Der Zillertaler Rekrut“. In der Vorlage war die Person des Rekruten ein Jude, was von Wölfle in einen Tiroler geändert wurde. Er selbst spielte diese Figur.


Gebhard Wölfle.

Wölfle war Einzelkind, erlernte bei seinem Onkel das Schreinerhandwerk, er war auch Mechaniker und reparierte die kleinen Kettenstich Maschinen. Ausserdem war er auch noch Brunnenmacher. 1885 heiratete er seine Nachbarin Maria Katharina Meusburger. Aus dieser Ehe stammten 8 Kinder von denen 5 das Erwachsenenalter erreichten. Er widmete sich der Dichtkunst im Dialekt und schrieb auch Theaterstücke.

Bizau 1867.


Am 3. März „Braut und Bräutigam in einer Person“ Posse in zwei Akten von August von Kotzebue. Um das Verständnis der Zuseher zu fördern, hielt man eine Einführung in das Stück. Im Anschluß daran kam „Der Rehbock“ (1815), Komödie in drei Akten von August von Kotzbue, zur Aufführung. Im Gasthof „Schwanen“ Installierung eines Vorhanges. Außerdem wurden im selben Jahr Wiederholungen anderer Possen geboten. Die saisonale Wanderung eines Teils der wenigen Schauspieler zwang zu Anwerbung neuer. Bestellung von Theatertexten bei der Buchhandlung Wallishausen in Wien, vor allem von Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862) und August von Kotzebue.

„Der Hausmeister – comme il faut“ „Der politische Schneider und der phlegmatische Schuster“ „Advokat und Klient oder Fiaker und Sesselträger“Der Rehbock“ (Kotzebue) im Gasthof „Bären“ in Mellau gespielt


1867 sah es in Mellau so aus. Unglaublich, dass man damals schon im alten Bären (vor dem Dorfbrand von 1870) Theater gespielt hat.


Bizau 1868.


Der russische Kaiser“ („Demetrius“?) von Friedrich von Schiller „E. S. S. oder die Ausstaffierung“ (1864) von K. Juin im Gasthof „Krone“ aufgeführt


Bizau, Gasthaus Krone.

„Kling, Kling“ von Morländer (d. i. Moritz Engländer 1819-1898) „Braut und Bräutigam in einer Person“ (Wiederholung) „Kabale und Liebe“ (Titel in Bizau: „Der Präsident“) von Friedrich von Schiller „Mord in der Kohlmessergasse“ (1860) von Alexander Bergen ( d. i. Marie Gordon 1812-1863) „Wem gehört die Frau“ von Theodor Flamm (1822-1902) „Eulenspiegel als Schnipser“ (1860), Pässe von Anton Bittner (1820-1880) „Möbelfatalitäten“ (1860), Schwank von Anton Bittner


Verbesserung der Bühne im Gasthof „Schwanen“. Von Franz Xaver Moosmann (1839-1891, Bauer und Privatgelehrter) in Schnepfau bezog man die Tapeten zur Gestaltung eines Bühnenbildes.


Gasthaus Schwanen.


1868 war auch eine reisende Theatergesellschaft in Bezau, die unter anderem „Der böse Geist Lumpazivagabundus oder Das liederliche Kleeblatt“ von Johann N. Nestroy aufführte. Am Zunfttag „Der Rehbock“ (Kotzebue).


Bezau in den 1860er Jahren.


Bizau 1969.

1. Jänner „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ von Johann N. Nestroy im Gasthof „Schwanen“. Im Fasching Wiederholung im Gasthof „Krone“. Musikbegleitung: Geige, Gitarre und Zither.


„Die Räuber“ von Friedrich von Schiller im Gasthof „Schwanen“. Erstmals kam ein Souffleur zum Einsatz. Wölfle las zu dieser Zeit mit Begeisterung Schiller. „Die Räuber“ kamen bei den Schauspielern besser an als beim Publikum, das bisher an Schwänke und Possen gewohnt war (Gebhard Wölfle).


Die Räuber.


Immer wieder liefen Beschwerden gegen das Theater nicht nur anläßlich der Aufführung der „Räuber“ – bei Pfarrer Hell ein, der aber den Spielern wohlgesonnen war. Unter seinem Nachfolger Vonbank – ab 1868 in Bizau – setzte sich insbesondere der Wundarzt Josef Feurstein gegen das Theater ein. Druck gegen die Eltern der jugendlichen Spieler wurde ausgeübt, was schließlich das Ende der ersten Spielphase bedeutete.


Aus der Bizauer Theaterchronik, geschrieben von Gebhard Wölfle im Dialekt.


1873 wurde in Egg eine Lesegesellschaft gegründet. Diese liberal gesinnte Gesellschaft bot ihren Mitgliedern die Möglichkeit, ein breites Spektrum an Zeitungen zu lesen.

Lingenau 1876.


Was ist Wichtiger? Eine Theaterbühne oder eine Kirchenorgel. Das Volk ist gespalten.


Vorarlberger Volksblatt 18.2.1876


Vorarlberger Volksblatt 22.2.1876


Bizau 1876.

14. Februar „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ von Johann N. Nestroy und „Fest der Handwerker“ (1834) von Louis Angely (1787-1835).

Damit begann die zweite Periode des Theaters in Bizau.


Spielort war nun ständig der Saal im Gasthof „Schwanen“. „Der Weiberfeind“ von Roderich Benedix (1811-1873).



Bizau 1880.

Wölfte besucht Passionsspiele in Oberammergau. 23. Juni. Anläßlich der Feier des Aufzugs neuer Glocken in der Pfarrkirche wurde Schillers „Lied von der Glocke“ szenisch dargestellt, musikalisch umrahmt von der Familie Stülz (aus Bezau) – Streichquartett.


Bizau 1885.

Josef Alois Rüscher (1863-1911) übernimmt die Leitung des Bizauer Theaters. Rüscher studierte ab 1897 in Zürich Philosophie, Germanistik, Kunstgeschichte, Geschichte, Pädagogik sowie Griechisch und Latein. Nach Abschluß seiner Studien unterrichtete er als Privatlehrer in Zürich, Berlin, Gardone, Mailand. 16. November „Die Schleichhändler“ von Ernst Raupach (1784-1852).


Gebhard Wölfle's Hochzeitstag.

1885 kam Johann Georg Rüscher als Pfarrer von Schoppernau nach Egg. Rüscher hatte sich bereits eine Namen gemacht, war doch Franz Michel Felder sein erklärter Erzfeind. Rüscher war als unerbittlicher Gegner aller aufklärerischen Bestrebungen bekannt.


Vorarlberger Volksblatt 19.5.1885



Pfarrer Rüscher's Versuche, sich ins politische Egger Leben einzubringen, wurde ab 1891 von den liberalen Gemeindemächtigen bereits im Keim erstickt. Die Liberalen waren damals unter Führung von Postwirt Dr. Engelbert Feuerstein und Löwenwirt Johann Kaspar Simma.


Sein späterer jahrelanger Kampf die Theatergruppe und den Musikverein in Egg aufzulösen, ist ihm nie gelungen.


Der junge Kunsttischler und Architekt Kaspar Ritter aus Egg, Mühle war Mitbegründer und Leiter der Egger Dilettantenbühne. Ritter war auch Gründungsmitglied des Musikvereins Egg im Jahr 1876.


Musikverein Egg 1879 mit Kaspar Ritter.


Ritter legte sich unausweichlich mit Pfarrer Rüscher an, ob er wollte oder nicht.

Anlass waren diese beiden Stücke, die in Egg im Löwen 1887 aufgeführt wurden.


Kabale und Liebe ist ein Drama in fünf Akten von Friedrich Schiller. Es wurde am 13. April 1784 in Frankfurt am Main uraufgeführt, gilt als typisches Beispiel des Sturm und Drang, einer literarischen Strömung der Epoche der Aufklärung, und zählt heute zu den bedeutendsten deutschen Theaterstücken. Das von Schiller ursprünglich Louise Millerin genannte bürgerliche Trauerspiel bekam erst auf Vorschlag des Schauspielers August Wilhelm Iffland den publikumswirksameren Titel Kabale und Liebe und handelt von der leidenschaftlichen Liebe zwischen der bürgerlichen Musikertochter Louise Miller und dem Adelssohn Ferdinand von Walter, die durch niederträchtige Intrigen (Kabalen) zerstört wird.


Menschenhass und Reue (1790) ist der Titel eines Dramas von August von Kotzebue. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war es eines der beliebtesten deutschsprachigen Theaterstücke. Es gilt als Prototyp des sogenannten Rührstückes.


Egg um 1880.


Der erzkonservative 'Herr Correspondent' des Volksblattes hatte keine Freunde mit diesen Aufführungen.


Vorarlberger Volksblatt 14.1.1887


Vorarlberger Volksblatt 15.1.1887


Vorarlberger Volksblatt 21.1.1887


Stellungnahme des Löwenwirtes Johann Kaspar Simma.


Vorarlberger Volksblatt 23.1.1887


Die Bizauer hatten 'Kabale und die Liebe' bereits 1868 unter dem Titel 'Der Präsident' aufgeführt. Das blieb damals dem Volksblatt verborgen.


Nun wurde Schiller's Räuber aufgeführt, allerdings in einer abgespeckten Form.


Bizau 1887. Die Räuber



Gallus Xaver Metzler.



Nachdem die Bizauer Theatergesellschaft den Pfarrer von Mellau zur Aufführung eingeladen hat, kommt die Antwort als offener Brief in der Zeitung.


Volksblatt 1.2.1887


Mätzler war im Volksblatt einer der Korrespondenten, der selber Artikel verfasste konnte.

Vorarlberger Volksblatt 4.2.1887


Der Bizauer Theater Vorstand schreibt an Pfarrer Mätzler einen offenen Brief im Volksblatt.


Volksblatt 19.2.1887


Auch Pfarrer Mätzler's Antwort wird in der selben Ausgabe abgedruckt.


Franz Xaver Mätzler (Jahrgang 1846) stammte aus Andelsbuch und war von 1884 bis 1892 Pfarrer in Mellau. Er soll eine fieberhafte Tätigkeit in Mellau entfaltet haben. Unter ihm entstanden die Wandgemälde in der Kirche, er nahm die Renovierung der Kapelle Schönboden vor und schaffte Zierstatuen für die Altare an. Die Kosten bestritt er mit erbettelten Geldern. Kurz vor seinem Weggang nach Doren legte er noch mit grosser Mühe eine Familienbuch an mit zweckdienlichen Registern und Zusammenstellungen.


Leider sollte die Tätigkeit des eifrigen Seelsorgers durch einige Unannehmlichkeiten und Zwistigkeiten beeinträchtigt worden sein.

Quelle: Ulmer, Beschreibung des Generralvikariats.


Laut Überlieferung soll Unzucht im Spiel gewesen sein.

Dornbirn.



In diesem Verein befanden sich konservative Landtagsabgeordnete, Kasinoleute und Priester.


Anlassfälle waren die Theater Aufführungen in Egg und Bizau.


Die neue Marschrichtung war nun klar. Den Theatermachern wurde klar der Kampf angesagt.


Feldkircher Zeitung 9.3.1887


Das Volksblatt und die liberale Feldkircher Zeitung lieferten sich damals of mediale Schlachten.

Bizau 1888

5. Februar „Wilhelm Tell“ von Friedrich von Schiller.


14. Februar „König Lear“ von William Shakespeare (1564-1616) vor fast leerem Saal aufgeführt. Damit mußte die Bühne ein zweites Mal geschlossen werden. Die Gegner sorgten für eine finanzielle Austrocknung.


Das Stück wurde offensichtlich früher aufgeführt.

Vorarlberger Landeszeitung 11.1.1888.


Egg 1889.


Vorarlberger Tagblatt 23.3.1889


Lingenau 1889.


Vorarlberger Tagblatt 18.4.1889


Der Musikverein Egg spielte 1889 bei der 'Felder Feier' zum zwanzigsten Todestag von Schriftsteller Franz Michael Felder in Schoppernau und Au. Dies muss für Pfarrer Rüscher ein Stich in die offene Wunde gewesen sein.


Vorarlberger Volksblatt 5.9.1889


Die 'Felder Feier' im Gasthaus Rössle in Au.



Ab 1890 wurde in Egg die neue Pfarrkirche erbaut.


Es ist verwunderlich, dass Kaspar Ritter von Pfarrer Rüscher einen Großauftrag für den Innenausbau der Kirche erhielt. Der junge rebellische Mann, der an den Aufführungen seiner Theater Truppe noch festhielt, als Pfarrer Rüscher ihm längst die Absolution verweigerte, durfte sich nun in der Pfarrkirche verewigen.


Feldkircher Zeitung 2.3.1892

Die Baustelle mit eingerüstetem Turm im Jahr 1892.


Am Patroziniumsfest am 6.12.1892 wurde in der neue Pfarrkirche die erste Messe gefeiert..


Handwerkskunst mit Bestand. Wenn man bedenkt wie viele Menschen in den letzten 130 Jahre in diesen Bänken gekniet haben, wie viele ihre Sünden in den Beichtstühlen dem Pfarrer anvertraut haben und wie viele Ritter's schmucke Kreuzweg-Bilderrahmen angeschaut haben, ist das schon beachtlich. Die Vergoldung der Bilderrahmen hat Josef Anton Fetz aus Egg gefertigt.


Die Kaspar Ritter Villa in Egg Mühle, erbaut 1899 von Johann Bertolini.


Bizau 1893

Theaterverein Bizau führt in Reuthe (19. März) und Bezau (29. Jänner) „Dächlar Hannes“ von Gebhard Wölfle auf. Vorbereitung zum Passionsspiel von Josef Alois Rüscher, Gesang von Gebhard Wölfte. Es kommt vor allem wegen finanzieller und personeller Gründe zu keiner Aufführung.

Reuthe, Gasthaus Engel.


Die Bizauer führen zum Zunfttag Bizau-Reuthe im Gasthaus Engel das Stück 'Dächlar Hannes' von G. Wölfle auf.