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Dr. Gottfried Feurstein - Ein Mensch und Politiker mit Kopf, Hand und Herz

Ein Nationalratsabgeordneter, arbeitsam, unbeugsam, integer und immer mit einem sozialen Gewissen. Das sind Attribute, die sich in der heutigen Politszene wie eine vierfache Verneinung lesen.


Dr. Gottfried Feurstein.



Gottfried Feurstein wurde im März 1939, sozusagen in den 2. Weltkrieg hinein geboren. Er ist das älteste von 5 fünf Kindern des Metzgermeisters Alois Feurstein und seiner Frau Barbara.

Zuerst war man an der Gaß in Andelsbuch zuhause, bevor die junge Familie das Elternhaus der Mutter in Andelsbuch, Hof beziehen konnte. In Andelsbuch ist Gottfried als 'Bäscholars Gottfried' bekannt.


Gottfried rechts auf dem Bild.


Das damalige Haus der Familie Feurstein in Andelsbuch, Hof.




Seine eigentliche politische Karriere begann bereits in Andelsbuch als Leiter der katholischen Land Jugend.


Im Kaplanhaus in Andelsbuch.


Im Zeltlager.



Primiz von Pfarrer Josef Jäger in Andelsbuch mit der Kath. Land Jugend.



1958 maturierte Gottfried an der Handelsakademie in Bregenz.



Die Andelsbucher Spielbuben des Jahrgangs 1939.


Gottfried in der Schreibstube der Innkaserne in Innsbruck.



Vater Alois hätte es gerne gesehen, wenn sein ältester Sohn das Metzgerhandwerk erlernt hätte. Aber Gottfried hatte andere Pläne. Er begann sein Wirtschaftsstudium an der Universität in Innsbruck.



Rund ums Ländle mit Moped und Fahrrad.



Das neue Gipfelkreuz auf der Braunarlspitze wurde in den 60er Jahren von Andelsbucher Jugendlichen auf Initiative von Erich Wirth, Franz Geser und Gottfried Feurstein erstellt.



Auf einem Ball der Studentenverbindung Leopoldina in Innsbruck.




1961 Verleihung des akademischen Grades Diplom-Volkswirt an der Universität Innsbruck.


Bis 1963 arbeitet Gottfried als Hilfskraft am Institut der Wirtschaftswissenschaften Innsbruck.


1963 promoviert Gottfried Feurstein zum Dr. rer. oec. an der Universität Innsbruck.




Am 1.12.1963 tritt Dr. Gottfried Feurstein in den Landesdienst der Vorarlberger Landesregierung ein. Er arbeitet in der Landesstelle für Statistik. 1966 übernimmt er diese Abteilung als Leiter, die er bis 2004 inne hat.


Dr. Feurstein in seinem Büro in Bregenz.




Urlaubsfahrt nach Frankreich.




1965 wird Dr. Gottfried Feurstein in die Andelsbucher Gemeindevertretung unter Bürgermeister Peter Jäger gewählt. (oben links)



Gottfried war für die nächsten 50 Jahre Mitglied der Andelsbucher Gemeindevertretung. Das war ihm immer wichtig. Er ließ kaum eine Sitzung aus. Oft reiste er im Zug aus Wien an und reiste im Nachtzug nach der Sitzung zurück nach Wien.



1970 wird Gottfried ehrenamtlicher Geschäftsführer der neugegründeten Regionalplanungsgemeinschaft Bregenzerwald. Dieses Amt hat er bis 1985 inne.



Gottfried in der Auswahlmannschaft der Andelsbucher Gemeindevertretung um 1970



1973 wird Gottfried ehrenamtlicher Obmann Stellvertreter und von 2004 bis 2014 Obmann der Musikschule Bregenzerwald.



Beim Hausbau in der feinen Sonnnenstrasse, Bregenz 1973




Podiumsdiskussion mit Dr. Josef Tauss, Walter Lingg und Gottfried Feurstein.




Gottfried Feurstein war einfaches ÖVP Mitglied, konnte sich aber für die Parteipolitik nie begeistern.


Im April 1975 bekam Gottfried einen Anruf von Landeshauptmann Dr. Kessler. Er bat ihn zu einem persönlichen Gespräch zu ihm nach Hause. Er informierte ihn, dass bei der letzten Bezirkssitzung der ÖVP sein Name als Kandidat für die landesweiten Vorwahlen zum Nationalrat genannt wurde. Gottfried äusserte seine Bedenken. Er willigte schlußendlich ein, mit der Hoffnung die notwendigen Stimmen sowieso nicht zu erreichen.


Die Vorwahl brachten dann ein überraschendes Ergebnis mit über 6000 Stimmen. Nun erhielt Feurstein hinter Dr. Wolfgang Blenk und Ludwig Hagspiel der 3. Listenplatz. Dieses Trio erhielt dann bei der Wahl eines der der besten Bundesländer Ergebnisse der ÖVP.



Seit 1971 hatte die SPÖ unter Dr. Bruno Kreisky eine absolute Mehrheit im Parlament.

Auch bei den Nationalratswahlen 1975 setzte sich dieser Trend fort.



Vorarlberger Nachrichten 7.10.1975


Diese drei Herren vertraten nun Vorarlberg's ÖVP Agenden auf dem schlüpfrigen Parkett in Wien.


Dr. Gottfried Feurstein, Dr. Wolfgang Blenk, Ludwig Hagspiel.




Als Landesbediensteter kümmerte sich Gottfried sofort nach der Wahl um eine klare Regelung seiner Dienstzeit. Es war damals üblich bei Ausübung eines Nationalratsmandates vom Dienst freigestellt zu werden und die volle Bezüge weiter zu erhalten. Gottfried gefiel diese Regelung nicht.


Für die Vorwahlkampf hatte er sich Urlaub genommen. Der Resturlaub reichte noch für die erste parlamentarische Tätigkeit. Er erreichte, dass seine Bezüge beim Land Vorarlberg auf die Hälfte reduziert wurden. Das entsprach ungefähr seinem Arbeitspensum als Landesbediensteter im Statistikamt.


Erst 20 Jahre später wurde diese Regelung der vollen Doppelbezüge von Vizekanzler Dr. Alois Mock abgeschafft.



Am 3. November 1975 wurden die drei Volksvertreter der ÖVP aus Vorarlberg angelobt. Ihr Sitzplatz war auf der letzten Bankreihe, rechts natürlich, wie die Gesinnung.


ÖVP Klubobmann Dr. Stefan Koren soll ein gestrenger Mann gewesen sein. Die Anwesenheit im Parlament war mehr oder weniger Pflicht und Zeitunglesen während den Sitzungen galt als verpönt.



Feurstein suchte seine Schwerpunkte in der Finanz- und Steuerpolitik. Das hatte er schließlich gelernt und da kannte erst sich aus.


Bald erkannte er, dass sich nur wenige Parlamentarier um die sozialen Belange der Menschen kümmerten und vor allem der Menschen mit Behinderungen.


Dies ist umso mehr verwunderlich, hatte doch die Sozialistische Partei Österreichs ein absolute Mehrheit.


Feurstein's erste Rede im Parlament trug den Arbeitstitel 'Soziales'. Die zwei Hauptthemen waren die steigende Arbeitslosigkeit und der fehlende Schutz der Grenzgänger bei Arbeitslosigkeit.


Kurze Zeit später gab es ein Zusatzabkommen der Arbeitslosenversicherung mit dem Fürstentum Lichtenstein und Schweiz


Feurstein's erster Gesetzesantrag im Nationalrat galt bereits den Behinderten. Daraufhin wurde das Invalideneinstellungsgesetz geändert.



Gottfried im Fasching.




1976 gab ein Volksbegehren zum Schutz des Lebens und gegen die Abtreibung. Die ÖVP und Dr. Feurstein haben nach ihrem christlichen Glauben dieses Volksbegehren natürlich unterstützt.

Das Volksbegehren wurde im Parlament von der SPÖ und Teilen der FPÖ abgelehnt.


Gottfried beschreibt diese Niederlage als bedrückend und eine schwere Last, als er den Plenarsaal verließ. Die Würde der Frau wurde nie in Frage gestellt, es ging um den Schutz des ungeborenen Lebens, meint er.


Wie kein anderer Bundespolitiker in Vorarlberg war Gottfried immer unten den Menschen. Es gab kaum ein Musik- oder Feurwehrfest, wo Gottfried nicht anzutreffen war. Von den Jungen damals, erhielt er den Spitznamen 'Goofy'.



Gottfried im Gespräch mit Seniorinnen.




1976 wird Feurstein ehrenamtlicher Präsident des VVV, des Volleyball Verbandes Vorarlberg.


Dreikönigsturnier in Egg



Spatenstich für das Atomkraftwerk Zwentendorf war 1972. Die Fertigstellung war bereits 1976. Das Atomkraftwerk konnte nie in Betrieb gehen, da sich das Volk vehement dagegen wehrte.



Atomkraftgegner Demonstration, Wien, Ballhausplatz 1977



1978 musste die SPÖ schließlich einer Volksabstimmung über das Schicksal des bereits erbauten Atomkraftwerk Zwentendorf zustimmen.



Feurstein sagt dazu: Die Österreicherinnen und Österreicher haben ihr Verantwortung ernst genommen und anders entschieden. Am 5. November hatte eine knappe Mehrheit mit NEIN gestimmt.


Bis zur 'stillen Liquidierung' im Jahr 1985 hat das Atomkraftwerk Zwentendorf 14 Milliarden Schilling verschlungen (eine Milliarde Euro).



Parlamentskollegen bezeichneten Dr. Gottfried Feurstein als 'Arbeitstier'.


Hier ist eine Übersicht seiner Themen, Anträgen, Gesetzesentwürfen der Gesetzgebungsperiode von 1975 bis 1979.



Gottfried ist bis heute noch gerne unter Menschen.




Bei der Nationalratswahl 1979 konnte die SPÖ die absolute Mehrheit ausbauen. Die ÖVP hingegen verlor Stimmen.


Vorarlberger Nachrichten 7.5.1979


In dieser Gesetzgebungsperiode wurden Feurstein vom ÖVP Parlamentsklub zwei Hauptthemen aufgetragen. Ständiges Mitglied im AKH Untersuchungsausschuss und die Anliegen der behinderten Menschen im Land.



Der AKH-Skandal war der bislang größte Bauskandal in Österreich und Europa. Hintergrund waren die Kostenexplosion und eine damit verbundene Schmiergeldaffäre beim Bau des neuen Allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien (AKH).


Der Bau des Allgemeinen Krankenhauses in Wien wurde bereits 1955 beschlossen (projektierte Kosten: eine Milliarde Schilling, geplante Bauzeit: zehn Jahre), aber erst Anfang der 1970er Jahre in Angriff genommen. Das Großprojekt wurde mit ca. 45 Milliarden Schilling zu Europas teuerstem Krankenhausbau, der erst 1994 vollständig in Betrieb genommen werden konnte.



Der Journalist Alfred Worm deckte 1980 den AKH-Skandal auf; der Hauptschuldige war der technische Direktor der Allgemeinen-Krankenhaus-Planungs- und Errichtungsgesellschaft (AKPE) Adolf Winter. Als Untersuchungsrichterin wirkte Helene Partik-Pablé, die dadurch in Österreich Popularität erlangte und später für die FPÖ in den Nationalrat einzog.


Im September 1981 folgte der AKH-Prozess, das bis dahin größte Gerichtsverfahren in Österreichs Nachkriegsgeschichte mit 30.000 Seiten in 67 Aktenordnern, ebenso vielen Beilagenseiten, vier Sachverständigen und mehr als 100 geladenen Zeugen. Der Vorwurf gegen Winter und elf weitere Angeklagte lautete auf gewerbsmäßigen Betrug, Untreue, verbotene Intervention, Beihilfe zu solchen Verbrechen und Verstöße nach dem Devisengesetz.


Winter wurde 1981 zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Laut Richterspruch soll Winter 30 Millionen Schilling (2,18 Millionen Euro) an Schmiergeldern kassiert haben. Seine Mitangeklagten bekamen von einem Jahr bedingt bis zu fünf Jahren und 350 Tagen unbedingt. In zweiter Instanz wurde das Urteil auf acht statt neun Jahre wegen Geschenkannahme statt Untreue herabgesetzt. Auch weitere Strafen wurden herabgesetzt.


Verurteilung Winters.



In den Strudel der Affäre geriet auch der damalige Finanzminister und Vizekanzler Hannes Androsch. Er wurde 1988 in Zusammenhang mit seinen Aussagen vor dem parlamentarischen AKH-Ausschuss von einem Wiener Gericht wegen Falschaussage verurteilt und musste als CA-Generaldirektor zurücktreten.


Bundespräsident Rudolf Kirchschläger prägte in seiner Rede zur Eröffnung der Welser Messe im August 1980 das geflügelte Wort „Trockenlegung der Sümpfe und sauren Wiesen“.



Zwischendurch tanke Gottfried immer wieder Kraft in den Bergen, wie hier auf der Braunarlspitze



Gottfried Feurstein war zutiefst bestürzt, als er mehr und mehr in die tiefen seelischen Abgründe von Kollegen der Oppositionspartei blicken musste. Seine penible Aufarbeitung und sein Beharrlichkeit brachten viele Ungereimtheiten des AKH Skandals ans Licht.


Es gab Ungereimtheiten bei Auftragsvergaben an Beratungsbüros, die dem Kreis um Dr. Androsch angehörten und deren Inhaber Mitglieder des Club 45 waren. Ihnen konnte aber nichts nachgewiesen werden.


Für einen Teil des Schadens (500 Millionen Schilling) wurden die Verantwortlichen namhaft gemacht. Steuerhinterziehungen waren genauso evident, begangen auch von Vizekanzler Dr. Androsch. Er musste gehen.


Vizekanzler Androsch und Bundeskanzler Kreisky.



Anlässlich der Befragung von Bundeskanzler Dr. Kreisky kam es zu einer nachhaltigen Auseinandersetzung zwischen Feurstein und Kreisky, als es um die Aufklärung der Wahlkampagne mit dem Titel 'Geschichten von Dr. Kreisky' ging.


An der schon fast penetranten Zähigkeit Dr. Gottfried Feurstein's biss sich der Bundeskanzler die Zähne aus. Als Kreisky die Argumente ausgingen, kam es zum Eklat im Parlament.



Artikel vom ehemaligen ORF Vorarlberg Landesdirektor Wolfgang Burtscher zum 80. Geburtstag von Gottfried.




Gottfried im Fasching.




Der Club 45 war ein österreichischer Club, der 1973 von führenden Mitgliedern der SPÖ gegründet wurde.

Die Politiker Leopold Gratz, Hannes Androsch und Fritz Marsch wandten sich an einen gemeinsamen Freund, Fritz Eder, mit der Bitte, ein Clublokal ausfindig zu machen. Dieser machte ein Clubzimmer in einem Restaurant am Fleischmarkt ausfindig, und Leopold Gratz brachte seinen Bekannten Udo Proksch ins Spiel, der soeben die Konditorei Demel am Wiener Kohlmarkt für 18 Millionen Schilling (nach heutiger Kaufkraft etwa 5.200.000 Euro) gekauft hatte. Sie hegten die Hoffnung, dass in dieser k.u.k. Hofzuckerbäckerei ein geeigneter Platz zu finden sei. Proksch stimmte zu, und 1973 wurde der Club gegründet.


Der Club 45 oder die Rote Loge von Wien mit Besitzer Udo Proksch.


Der Club war eine Art sozialdemokratischer Herrenclub, dem die Spitzen der österreichischen Politik (SPÖ) und Wirtschaft der 1970er Jahre angehörten. Am Höhepunkt, in der Zeit der absoluten Mehrheit der SPÖ, sah sich der Club als Treffpunkt der politischen und wirtschaftlichen Elite Österreichs. Im Bestseller Der Fall Lucona von Hans Pretterebner wird der Club auch als mafiöses Machtinstrument der SPÖ beschrieben, der durch ein System von Korruption, Postenschacher und Nepotismus das Land durchaus erfolgreich in Besitz nahm.


In den besten Zeiten kamen 200 Mitglieder zu den Clubtreffen. Club-Präsident war Leopold Gratz, später Karl Heinz Demel (nicht mit dem Gründer der Konditorei verwandt).

Der monatliche Mitgliedsbeitrag belief sich auf 300 Schilling (nach heutiger Kaufkraft etwa 86 Euro).


Dem Club gehörten unter anderem die damaligen Minister Karl Blecha (Innenminister), Leopold Gratz (Außenminister) und Karl Lütgendorf (Verteidigungsminister, parteilos) an. Der damalige Wissenschaftsminister und spätere Bundespräsident Heinz Fischer, Hannes Androsch sowie Franz Vranitzky gehörten dem Club ebenfalls zeitweise an.


Der Fall Lucona bereitete dem Club 45 das Ende. 1992 wurde der Club endgültig aufgelöst.



Gottfried auf seinem Vorsäß Suegg.




Gemeinsam mit dem SPÖ Abgeordneten Metzger und dem FPÖ Abgeordneten Dr. Haider brachte Gottfried Feurstein den Antrag zur Schaffung des Nationalfonds zur besonderen Hilfe für Behinderte ein. Er wurde einstimmig angenommen.


Dr. Feurstein war Behinderten Sprecher der ÖVP


Bilder bei einem Treffen mit dem Blindenbund.



Ein weiterer Antrag verlangte eine Änderung des Strafgesetzbuches zur Bestrafung von Zuhälterei. Prostituierte wurden wegen Ausübung ihres Gewerbes bestraft. Die Zuhälter kamen meist ungeschoren ungeschoren.

Trotz Unterstützung der FPÖ funktionierte die Verzögerungstaktik der SPÖ in diesen

4 Regierungsjahren.


Auch im Bregenzerwald und Vorarlberg setzte Gottfried Akzente. Nach dem Bau des Oberstufenrealgymnasiums in Egg ging es um die Verbundlichung der Handelsschule Bezau, um die Lehrlingsausbildung der Post in Vorarlberg und um Fahrtkostenererleichterungen für Präsenzdiener.



Gottfried in seinen geliebten Bergen.



Hier ist eine von Übersicht Themen, Anträgen, Gesetzesentwürfen von Dr. Feurtstein in der Gesetzgebungsperiode von 1979 bis 1983.




Vorarlberger Nachrichten 23.4.1983 (am Tag vor der Wahl)


Bei der Nationalratswahl 1983 verlor die SPÖ die absolute Mehrheit. Der gesundheitlich bereits angeschlagene Dr. Kreisky trat ab und Dr. Fred Sinowatz übernahm den Vorsitz. Zusammen mit der FPÖ von Norbert Steger gab es nun eine Koalitionsregierung.


Aus der Protestbewegung rund um Zwentendorf gruppierten sich nun 2 'Grüne' Parteien, die gemäßigte Vereinte Grüne Österreichs und die linke ALÖ.


Die Vorarlberger ÖVP fuhr ihr bestes Ergebnis mit 60, 3 Prozent ein. In dieser Periode vertraten 4 ÖVP Mandatare das Ländle in Wien. Das gab es vorher nie und nachher nie mehr.


Gottfried Feurstein, Anton Türsteher, ÖVP General Sekretär Michael Graff, Maria Hosp, Wolfgang Blenk.



Feurstein wurde nun zum Obmann Stellvertreter des Finanzausschusses auserkoren.


Gleich zu Beginn seiner 3. Amtszeit brachte er seinen sogenannten Zuhälter Antrag wieder ein und dieses Mal wurde das Gesetzt tatsächlich verschärft.



Seit seinem Amtsantritt 1975 führte Feurstein immer wieder Vorarlberger Hauptschulklassen durch das Parlament. Für ihn war das Verstehen der Politik immer wichtig.




Gottfried thematisierte parlamentarische Anfragen für eine bessere Integration von behinderten Menschen in der Gesellschaft und Wirtschaft.


Er schlug die Schaffung des Berufs Pflegehelferin/Pflegehelfer vor und plädierte für eine kostenlose Pensionsversicherung für Mütter von Behinderten Kinder.


Mütter von behinderten Kindern erhalten seit 1983 volle Pensionsversicherungszeiten als Beitragszeiten.



In Vorarlberg gab es bis zu den Gemeinderatswahlen 1980 das Mehrheitswahlrecht. Der Verfassungsgerichtshof hatte das 1984 aufgehoben. Da die ländlichen Gemeinden aber an diesem Modell festhalten wollten, schlug Gottfried eine Verfassungsänderung vor. Eine positive Erledigung konnte erst in den 90er Jahre erreicht werden.



Hier ist eine Übersicht von Themen, Anträgen, Gesetzesentwürfen von Dr. Feurtstein in der Gesetzgebungsperiode von 1983 bis 1986.


Dr. Gottfried Feurstein war von 1976 bis 1986 ehrenamtlicher Landesobmann des Volleyball Verbandes Vorarlberg. Hier bei einer Preisverteilung.




1986 wurde Dr. Gottfried Feurstein ehrenamtlicher Landesoberschützenmeister des Landes Vorarlbergs und von 2001 bis 2005 Bundesoberschützenmeister.


?, Wolfram Waibel, Dr. Gottfried Feurstein.



Nationalratswahl 1986.


Vorausgegangen waren turbulente Zeiten. Dr. Kurt Waldheim wurde trotz seiner zweifelhaften NS Vergangenheit zum Bundespräsidenten gewählt. Darauf hin trat Bundeskanzler Dr. Fred Sinowatz zurück und Dr. Franz Vranitzky wurde Bundeskanzler. Als am FPÖ Parteitag in Innsbruck Norbert Steger abgewählt wurde und Dr. Jörg Haider mit den Stimmen des deutsch-nationalen Lagers zum Parteiobmann gewählt wurde, gab es kurzfristig eine Vranitzky/Haider Regierung.


Beide Volksparteien verloren Stimmen bei der Nationalratswahl 1986. Aufsteiger waren damals die FPÖ und die Grünen.


Die SPÖ und ÖVP bildeten eine grosse Koalition mit Bundeskanzler Vranitzky und Vizekanzler Dr. Alois Mock.


Dr. Gottfried Feurstein



Für Gottfried Feurstein kam die erhoffte Wende nicht. Zwar war die Oppositionszeit seit 1971 beendet, dafür musste man sich jetzt mit der SPÖ ins Bett legen.


Gottfried schrieb am 17.2.1987 in sein Tagebuch: Wir tun nun alles, um uns selbst zu ruinieren.


Es gab interne Machtkämpfe in der ÖVP gegen Dr. Alois Mock.


Der Einzug der Grünen machte die parlamentarische Arbeit fast unerträglich. Sie betrieben Opposition aus Prinzip. Lange Sitzungen wurden von den Grünen provoziert. Eine Sitzung am 22. und 23. 6. 1988 dauerte 17 Stunden.


Eine Rede über das Luftreinhaltegesetz hatte um 14.20 Uhr begonnen und endete um 23:15 Uhr.



In geselliger Runde auf der Niedere und auf der Bezegg bei Hansoseff Metzler.




Aber Dr. Gottfried Feurstein konnte nun mit der Regierungspartei auch gestalten und arbeiten.


Das Behinderten Einstellungsgesetz wurde auf den Weg gebracht, mit Gottfried als Verhandlungsführer.


Die grosse Steuerreform wurde 1988 beschlossen mit Gottfried im Unterausschuss.


Volle zehn Jahre dauerte die Beratung über die Abhaltung von Psychisch Kranken in Krankenanstalten.

Am 1.3.1990 konnte unter der Federführung von Dr. Feurstein das Gesetz über die Rechtsfürsorge für Psychisch Kranke und die Änderung des Sachwaltergesetztes verabschiedet werden. Damit wurde die Entmündigungsverordnung aus dem Jahr 1916 ausser Kraft gesetzt. Seither haben psychisch Kranke verbürgte Menschenrechte.


Nun wurde auch das PflegehelferInnen Gesetz verabschiedet.



Im Frühjahr 1987 drohte die vollständige Abschaltung des Landes Vorarlbergs bei der Einflussnahme auf die Illwerke. Gottfried saß damals im Rechnungshof Ausschuss. Dort bekam er mit, dass Wirtschaftsminister Graf beabsichtigte, die Illwerke Aktien (Anteil des Bundes) an die Börse zu bringen. Als Alternative bot er an, die Illwerke zu verstaatlichen.


Landeshauptmann Dr. Kessler beauftragte Gottfried an den Verhandlungen teilzunehmen.

Er erkämpfte eine Sonderstellung der Illwerke und fädelte den Verkauf von 20,16 Prozent der Illwerke an das Land Vorarlberg ein.


Durch ein von Gottfried kompliziert ausgearbeitetes Regelwerk konnte nun das Aktienpaket des Bundes vom Land Vorarlberg übernommen werden.



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