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Ein Jahrzehnt durch die spitze Feder von Silvio Raos betrachtet


Karikaturen fand man natürlich in den Vorarlberger Nachrichten auch schon vorher. Zu besonderen Anlässen borgte man sich das Pseudonym 'Ironimus' von der 'Presse' aus.


Ich kann mir gut vorstellen, dass die immer häufiger werdenden Hiobsbotschaften der österreichischen Innenpolitik in fetter Druckerschwärze die Verlegerfamilie Russ und deren Chefredakteur Franz Ornter veranlassten, ab 1980 den jungen Dornbirner Karikaturisten Silvio Raos als freien Mitarbeiter zu engagieren. Er sollte wohl ein klein wenig Humor, Sarkasmus und Satire in den Vorarlberger Zeitungsalltag bringen.



Die damalige politische Situation in Österreich lieferte Raos täglich Munition für seine kleinen Kunstwerke.

Nach zehn Jahren sozialistischer Alleinregierung unter Bruno Kreisky versank Österreich in immer neuen Skandalen.


Man denke an die Schmiergeldaffären rund um den Bau des AKHs und der Uno City in Wien. Dann die fragwürdige Finanzierung des OPEC Konferenz Centers und die Noricum Affaire.


Ausserdem musste man sich mit den Nachwehen der Nicht-Inbetriebnahme des Atomkraftwerkes Zwentendorf und die Besetzung der Hainburger Au herumschlagen.


Auch die fragwürdigen Firma Consultatio von Vizekanzler Hannes Androsch wurde immer mehr zum Problem für die Bundesregierung.


Und natürlich Udo Proksch's Club 45, die feine Loge der roten Granden kam mehr und mehr in die Schlagzeilen. Das Fass zum Überlaufen brachte schließlich die Aufdeckung des Falles Lukona durch Hans Pretterebner.


Die Printmedien waren damals täglich voll davon.



Andererseits betraten und verließen Akteure die weltpolitische Bühne.

Ronald Reagan, Michail Gorbatschow, Margaret Thatcher, Helmut Kohl, Ayatollah Khomeini, Lech Walesa und seine Solidarnosc. Es gab arabischen Terror durch Jassir Arafat und Myanmar Gaddafi und es gab das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking . Es gab den Zerfall der UDSSR, die Regime der Warschauer Pakt Staaten zerbröselten; und es gab die Wiedervereinigung Deutschlands. Und dann gab es natürlich Österreich's Wunsch zum Beitritt zur EU.


Es gab täglich genügend Zündstoff für die spitze Feder von Silvio Raos.



Was denkt er sich wohl wieder aus, der Herr Raos wenn er im 'Steini' in Dornbirn am 3. Tische neben dem Eingang sitzt und über der Brille hervor lugt.



Was hat mich bewogen, diesen Beitrag zu verfassen?

Erstens finde ich die Karikaturen von Herrn Raos bis heute treffend, satirisch hochwertig und amüsant. Und zweitens kann man mit diesem Blog wieder einmal so schön in zeitgeschichtlichen Erinnerungen schwelgen.


Laut Wikipedia.


Karikatur (von lateinisch carrus ‚Karren‘, also: Überladung, und italienisch caricare ‚überladen‘, übertreiben‘) bedeutet die komisch überzeichnete Darstellung von Menschen oder gesellschaftlichen Zuständen, auch mit politischem bzw. propagandistischem Hintergrund. Die Zeichner von (bildlichen) Karikaturen nennt man Karikaturisten, das Zeichnen karikieren. Die Entsprechung im Englischen ist caricature, aber auch cartoon. Der Cartoonwird teils als ein eigenes Genre betrachtet, aber der Übergang ist fließend.



Die erste Karikatur von Raos erschien in dieser Ausgabe der Vorarlberger Nachrichten.



Im Durchschnitt kann man jeden Monat zwischen 12 und 14 Karikaturen von Raos in den Vorarlberger Nachrichten finden.


Ich habe meinen persönlichen Monatsfavoriten der 1980er Dekade für meine User ausgesucht.


16.7.1980


6.8.1980

27.9.1980


3.10.1980


16.10.1980


24.11.1980


29.12.1980


5.1.1981


10.2.1981


20.3.1981


18.4.1981


6.5.1981


25.6.1981


24.7.1981


20.8.1981


1.9.1981


27.10.1981


6.11.1981


29.12.1981


15.1.1982


20.2.1982


14.3.1982


2.4.1982


10.5.1982


16.6.1982


5.7.1982


18.8.1982


11.9.1982


2.10.1982


27.11.1982


13.12.1982


4.1.1983


11.2.1983


4.3.1983


23.4.1983


20.5.1983


1.6.1983


2.7.1983


23.8.1983


13.9.1983


5.10.1983


2.11.1983


10.12.1983


3.1.1984


7.2.1984


8.3.1984


4.4.1984


5.5.1984


6.6.1984


16.7.1984


11.8.1984