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Felsenkeller - Let's Fetz! Teil I

Aktualisiert: 29. Sept. 2023


Wir vom Verein dorkultur in Egg, haben bereits bei der Gründung im Jahr 2022 beschlossen, eine Veranstaltung pro Jahr in einer benachbarten Gemeinde abzuhalten - dorfkultur on tour, sozusagen.


Heuer im Frühjahr fiel die Wahl auf den Felsenkeller auf dem Bödele. Ich muss gestehen, nicht ganz uneigennützig, denn ich war ab 1973 unregelmäßiger Gast im Felsenkeller und die Musik von Franz Fetz begleitet mich bis heute.


Als im Sommer durch die Medien bekannt wurde, dass der Berghof Fetz mit dem Felsenkeller verkauft wurde, darf unsere Veranstaltung als Abschied von der Familie Fetz/Moosbrugger auf dem Bödele angesehen werden.


Umso naheliegender erscheint es mir, das Wirken dieser Gastronomiefamilie näher zu beleuchten und darzustellen.



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Der Felsenkeller 1975 mit illustrer Gesellschaft.


v.l.n.r.: Thomas Gratt ( der spätere Entführer des Unternehmers Walter Michael Palmers), Reinhold Bilgeri (Rock Professor), Margit Nosko, Tone Fink (Künstler), Inge Steurer und Felsenkeller Betreiber Franz Fetz.

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Aber was hat der Felsenkeller mit Kultur zu tun. Nun, der Felsenkeller als Überbleibsel des einst größten Hotels in Vorarlberg ist meiner Ansicht nach schon ein Kulturgut. Ich habe die Geschichte über die touristischen Anfänge am Bödele im Jänner 2021 verfasst und empfehle ihnen, diesen Beitrag zur Einstimmung zu lesen.


Das Bödele - Sehnsuchtsort für reiche Textiler.




Nun aber zur Familie Fetz aus Schwarzenberg, die als gastronomische Pioniere auf dem Bödele der Nachkriegszeit gelten.


Albert Fetz, geb. 1911 stammte aus dem Gasthof zum Lamm in Schwarzenberg, der ab den 1920er Jahren bereits Schäfle genannt wurde. Wohl eines der einzigen 5-geschossigen Gebäude im Bregenzerwald in der Gründerzeit.

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Die Familie Fetz (Schäufleweorts).

Rudolf, Franz, Hedwig, Vater Josef-Franz, Mutter Katharina, Elisabeth, Maria, Albert, Anton.

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Bereits 1931 nahm Albert Fetz an der Tiroler- und Vorarlberger Landesmeisterschaft teil.


Dieses zeitgeschichtliche Dokument erster Güte ist in Besitz von Franz Fetz und ist absolut lesenswert.


Albert Fetz hat 1932 die staatliche Schilehrerprüfung absolviert.

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Danach arbeitete er als Schilehrer in Südtirol, Arosa und in Oberlech.


Schäflewirts Albert war Alpinist und Schilehrer, später Schilift Pionier und Wirt.



Musik anklicken und weiterschmökern.

Gemeindeblatt 2.10.1935

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Schwarzenberg war in dieser Zeit ein typisches Bregenzerwälder Dorf, geprägt von Viehzucht und Landwirtschaft.

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Gemeindeblatt 27.2.1938

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Noch vor dem Anschluss an das Großdeutsche Reich hatte Albert Fetz von seiner Tante den Gasthof Hirschen in Schwarzenberg gepachtet.


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Nach dem Anschluss an Hitler-Deutschland trat Albert Fetz der N.S.D.A.P. bei und wurde Ortsvorsteher in Schwarzenberg.

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Wie fast alle Österreicher damals, sehnte sich auch Albert Fetz nach dem ungerechten Versailler Vertrag, der Hyper Inflation und der Weltwirtschaftskrise, den turbulenten Zeiten im Ständestaat in den 30er Jahren und der hohen Arbeitslosigkeit nach System und Ordnung. Ausserdem war er nun Wirt und sah natürlich seine Chance in der neuen Zeit.


Gemeindeblatt 5.2.1939

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Während dieser Zeit verliebte er sich in Gertraud Barbara Metzler geb. 1922 aus Schwarzenberg.

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Gertraud Metzler besuchte zuvor das Institut St. Josef in Feldkirch.

(hintere Reihe 3. von rechts).

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Das Elternhaus von Gertraud, Schwarzenberg, Hof 452.

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Gertraud stammte aus der musischen Familie des Schulleiters Adolf Metzler und seiner Gattin Elisabeth. Adolf Metzler war seit 1910 Organist und Chorleiter und er war Kapellmeister in Schwarzenberg.


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So war es naheliegend, dass Gertraud in den Gasthof zur Post in Bezau geschickt wurde, um ihre Kochkenntisse zu verfeinern. Die befreundeten Familien sollen ein wachsames Auge auf die beiden gehabt haben, als Albert in Bezau 'zur Schtubat' ging.


Gasthof Post Bezau

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1943 trat Albert Fetz enttäuscht aus der N.S.D.A.P. aus und quittierte das Amt als Gemeindevorsteher. Dafür wurde er sofort an die Ostfront versetzt und versah seinen Kriegsdienst in Minsk in Weissrussland.


Ohne die NS Zeit näher zu beleuchten, muss man wissen, dass nur durch die Hartnäckigkeit und die guten Kontakte von Ortsvorsteher Albert Fetz das Bödele heute noch zur Gemeinde Schwarzenberg gehört und nicht zur Stadt Dornbirn. Das war vermutlich sein grösster Verdienst an der Gemeinde.

Der offizielle Pachtvertrag mit den Hirschenbesitzern wurde 1943 unterschrieben.

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Im August 1945 haben Albert Fetz und Gertraud Metzler geheiratet.

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Die Hochzeitsgesellschaft auf der Hirschenstiege.

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Die Hochzeitsreise ging ins Sporthotel Körbersee, Schröcken.

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Nun waren sie also verheiratet. Der naturverliebte Draufgänger Albert und die künstlerisch-orientierte Gertraud. Sie soll auf der Braunarl und auf dem Widderstein furchtbare Höhenangst gelitten haben. Aber Gegensätzen ziehen sich ja bekanntlich an.

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Der Gasthof zum Hirschen war später ab 1952 im Besitz von Albert Fetz.

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Prospekt aus der Zeit.


1946 kam Sohn Franz zur Welt.

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Ein Traum von Albert Fetz war vom Schwarzenberger Zentrum einen Schilift aufs Hochälpele bauen zu lassen. Er wusste sehr wohl, dass er damit die längste und schönste Schiabfahrt im Bregenzerwald erschliessen würde.


Zuerst liessen Albert Fetz und Josef Bär einen Schlittenpendellift vom Unterkaltenberg auf die Berghalde bauen. Dieser ging 1947 in Betrieb.


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Der Schlitten bot ca. 12 Personen Platz.

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Gemeindeblatt 1.2.1948

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1948 kam Sohn Peter zur Welt.


Für jeden Sohn einen neuen Schilift, könnte man meinen.

1948 gab es fertige Pläne mit einem Angebot der Firma Karl Doppelmayr (Cousin von Emil Doppermayr) aus Hard einen kuppelbaren, Einseil - Umlauf - Sessellift, beginnend neben dem Stadel vom Gasthof Schäfle bis zur Halde (Höhe heutiges Haldenstüble) zu errichten.

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Das Seil wurde schon geliefert, als sich Stimmen von Grundbesitzern und nicht zuletzt von der Obrigkeit der Kirche gegen das Projekt aussprachen. Der Lift wurde nie gebaut.

Noch während des 2. Weltkriege forcierte die Stadt Dornbirn die Idee, ein KdF Hotel mit 200 bis 250 Betten zu bauen. KdF (Kraft durch Freude) war die mächtige Freizeitorganinsation im Dritten Reich. Vier Planvarianten wurden von Gauleiter Hofer abgelehnt.


Daraufhin gründete die Stadt Dornbirn mit Otto Hämmerle's Erben und der Mohrenbrauerei eine Gesellschaft. Während des Weltkrieges war aber an einen Bau nicht zu denken. Stattdessen wurde im Haus des Verwalters Franz Karl Feuerstein ein Gasthaus eingerichtet und das Gasthaus auf der Lose wurde als Übergangslösung eingerichtet.


Nach dem Krieg wurde auch der Verkehrsverein in die Alpenhotel Bödele Ges m.b.H aufgenommen. Nun kaufte man das ehemalige Landhaus von Otto Hämmerle. Die Stadt Dornbirn war nun Mehrheitseigentümer der Alpenhotel Bödele Ges.m.b.H und bestimmte über das Areal der Brandruine am Bödele.


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Es gab verschiedene Planvarianten an diesem Haus eine Hotel Trakt anzubauen.


Ausserdem baute man in diesem Sommer den ersten Schlepplift am Bödele - den Lanklift.

Dieses Inserat hat wohl der jungen Familie Fetz eine entscheidende Richtung gegeben.

Dornbirn Gemeindeblatt 28.5.1950

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Albert Fetz erkannte die Zeichen der Zeit und bekam unter vielen Bewerbern den Zuschlag als Pächter des stattlichen Gasthauses am Bödele.


Damals war das Bödele im Winter von Schwarzenberg aus nicht mit dem Auto erreichbar.

Der Hirschen wurde an Irma Natter verpachtet.

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Peter und Franz Fetz.

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Albert und Gertraud Fetz eröffneten das Gasthaus Bödele am Stefanstag 1950.

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Gertraud war in der Küche und Albert bei den Gästen.

Ein Artikel von Max Moosbrugger aus Bersbuch.


Vorarlberger Nachrichten 30.12.1950

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Das notdürftige Gasthaus auf der Lose blieb weiterhin Betrieb. Gut zu sehen daneben die Brandruine des späteren Felsenkellers.

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Vorarlberger Nachrichten 13.1.1951

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Am 28.1.1951 wurde der Lanklift eröffnet.

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Eröffnung durch Dornbirn's Bürgermeister Günther Anton Moosbrugger.

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Günther Anton Moosbrugger mit Pfarrer Weber.

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Ab sofort war das Verkehrschaos auf dem Bödele vorprogrammiert.

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Vorarlberger Nachrichten 11.6.1951

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1951/1952 wurde beim Gasthaus am Bödele angebaut und das Alpenhotel Bödele errichtet.

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Das bestehende Gebäude wurde unterkellert.

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Franz Fetz.

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Im Herbst 1951 musste Franz Fetz vom Bödele nach Schwarzenberg zur Schule. Hinunter brauchte er rennend meist 20 Minuten. Hinauf ist er mit dem Bus gefahren, bis der erste Schnee kam. Später hat man sich geeinigt, dass er wochentags bei seinen Großeltern in Schwarzenberg wohnen durfte.

Dornbirner Gemeindeblatt 20.1.1952

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Vorarlberger Nachrichten 22.12.1952

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Pünktlich zur Wintersaison präsentierte sich der neue Betrieb mit 32 Betten, Bad oder Dusche und einem vorgelagerten, ebenerdigen Saal. Zusammen mit dem Gasthaus hatte man nun 42 Betten. Auch das bestehende Gasthaus wurde modernisiert.


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Es gab Gäste, die das Bad nicht wollten, dann hat man es einfach abgesperrt.

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Speisesaal mit Bar.

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Das Gästebuch.


Die Strassenanbindung von beiden Seiten auf das Bödele wurde zum ernsthaften Problem.


Vorarlberger Nachrichten 5.1.1953

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Vorarlberger Nachrichten 6.1.1953

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Im Winter 1953 wurde der Verkehr aufs Bödele reglementiert und nur Busse der damaligen Kraftpost durften verkehren.


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Franz Fetz.

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Der erste Prospekt des Alpenhotels Bödele.

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1952 kam Tochter Barbara zur Welt.

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Dornbirner Gemeindeblatt 18.1.1953

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Vorarlberger Nachrichten 7.3.1953

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1953 haben Irma Natter und Hubert Denz geheiratet. Danach stelle Albert Fetz für den Hirschen eine Geschäftsführung ein.

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Bregenzerwald Prospekt mit Hubert Denz.

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Aus dem Gästebuch. Die Gäste des Lustenauer Stickers Scheffknecht aus Nigeria waren eine Sensation auf dem Bödele.

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Albert Fetz (links) mit Gästen und Mitarbeitern.

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Der Moorsee auf dem Bödele.

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Das Alpenhotel Bödele richtete unzählige Hochzeiten aus. Die Stadt Dornbirn lud zu Empfängen in der Messezeit. Bei grossen Sportveranstaltungen gab es Empfänge auf dem Bödele. Im Frühjahr und Herbst tagten über viele Jahre die Vorarlberger Akademiker, die Vorarlberger Hauptschullehrer hielten Englisch Seminare usw.

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Dornbirner Gemeindeblatt 29.11.1953

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Dornbirner Gemeindeblatt 24.1.1954

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Aus dem Gästebuch.

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Barbara und Peter Fetz.

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1954 im Juli besuchen Bundespräsident Theodor Körner und Landeshauptmann Ulrich Illg im Rahmen der Fespieleröffnung das Alpenhotel Bödele.

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Tischansprache von Ulrich Illg.

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Das 'Gummiwägele' hiess Lux. Damit hat man den wöchentlichen Abfall beim Tunnel im Graben entsorgt. Franz, unbekannt, Barbara, Peter.

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Dornbirner Gemeindeblatt 16.1.1955

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Aus dem Gästebuch

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Dornbirner Gemeindeblatt 6.2.1955

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Aus dem Gästebuch.

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Barbara, Peter und Franz Fetz.

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Aus dem Gästebuch

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Die Familie Fetz bei Peter's Erstkommunion.

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Kellnerinnen im Alpenhotel Bödele.

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1955 konnte Alpenhotel Bödele Ges.m.b.H. das angrenzende Luisenheim von Guido Hämmerle erwerben. Dadurch wurde die Bettenkapazität um 18 Betten erhöht.

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Barbara, Peter und Franz Fetz.

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Aus dem Gästebuch. Gäste aus Deutsch-Süd-West-Afrika.

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Gertraud Fetz mit Tochter Barbara auf der Hirschenstiege in Schwarzenberg.

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Vorarlberger Nachrichten 8.10.1955

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1955 wollte Josef Bär den Lift am Unterkaltenberg über das Bergle hinauf verlängern. Der bestehende Schlittenlift konnte nicht verlängert werden.


Deshalb wurde ein neuer Schlepplift vom Haus Geroldsegg 250 bis auf das Bergle entlang des Lindenbaches von Ing. Hans Felder aus Egg erbaut.


Schlepplift Schöner Hang.

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Josef Zündel, Walter Steurer, Brunhilde Vögel um 1960.

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Walter Bär, Albert Feurstein, Franz Peter, Elisabeth Hagen, Alois Metzler, hinten Gertrud Bär um 1967.

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Aus dem Gästebuch.

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Die Bödele Kinder hoch zu Ross mit Fuhrmann 'Oalfar'.

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Peter und Barbara Fetz.

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Gemeindeblatt 15.7.1956

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Feldmesse auf dem Bödele.

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Nun musste Franz Fetz ins Internat in die Mehrerau. Schon der riesengrosse Schlafsaal war für den schüchternen Buben ein Greuel. Die Züchtigungen mit dem Haselnussstecken taten ein Übriges. Als er die zweite Klasse im Gymnasium negativ abschloss, wurde er von den Eltern erlöst. Fortan besuchte er die Hauptschule Dornbirn-Markt.

Vorarlberger Nachrichten 3.1.1957

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Aus dem Gästebuch.

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Aus dem Gästebuch.

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Aus dem Gästebuch.

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Ein schneereicher Winter 1957.

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Erstmals veranstaltete der Schiverein Dornbirn seit 1952 zum Saisonsabschluss kein Krokusfest. Zu lange hatte der Winter gedauert. Der Saal im Alpenhotel wurde stattdessen mit Tannenzweigen dekoriert.

Am 1. Mai 1957 pachteten die zwei 'Rösle' den Hirschen. Rosa Lässer aus Hittisau und Rosa Iselor aus Schwarzenberg.

Am 11. Juli 1957 gab es ein starkes Schlagwetter im Raum Schwarzach - Bödele - Schwarzenberg. Allein in Schwarzenberg gab es über 100 Vermurungen. Die Bödelestrasse auf beiden Seiten wurde arg in Mitleidenschaft gezogen.

Aus dem Gästebuch.


Im Sommer 1957 wurde der Hochälpelelift gebaut. Schwarzenberger und andere Investoren haben dies ermöglicht. Auch Albert Fetz war beteiligt.


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Aus dem Gästebuch.

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Im Herbst 1957 ist man endlich das Strassenbaulos Schwarzenberg, Weisstanne angegangen. Die Strasse wurde auf 5 Meter Fahrbahnbreite erweitert.


Dornbirner Gemeindeblatt 24.11.1957

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Der Hochälpelelift war damals der längste Schlepplift in Vorarlberg.

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Im Rohbau der Talstation hat man eine provisorische Wirtschaft eingerichtet.


Vorarlberger Nachrichten 8.1.1958

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Dornbirner Gemeindeblatt 9.1.1958

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1958 gründete Albert Fetz die Schischule Bödele.


Ein früheres Bild mit Albert Fetz (3. von rechts).

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Vorarlberger Nachrichten 15.1.1958

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Vorarlberger Nachrichten 7.3.1958

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Vorarlberger Nachrichten 26.3.1958

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Vorarlberger Nachrichten 28.5.1958

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Im Sommer 1958 hat man mit dem Strassenbaulos, Schwarzenberg, Heuberg begonnen.



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Vorarlberger Nachrichten 8.11.1958

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Aus dem Gästebuch.

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Vorarlberger Nachrichten 3.1.1959

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Dornbirner Gemeindeblatt 18.1.1959

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Aus dem Gästebuch.

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Vorarlberger Nachrichten 2.3.1959

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Aus dem Gästebuch.

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1959 hat Rosa Lässer aus dem Hirschen den Rösslewirt von Ittensberg, Willi v.d.Thannen geheiratet. Rosa Iselor machte alleine weiter im Hirschen und heiratete 1960 Alois Meusburger, ein Sohn aus der Sonne in Bezau. Beide haben dann bis Ende 1963 den Hirschen gepachtet.

Im Winter 1959 konnte Albert Fetz das Gasthaus auf der Lose kaufen. Er erwarb auch das Gelände mit der Brandruine des ehemaligen sogenannten Lesezimmers. Barbara Fetz erinnert sich heute, dass darin schon kleine Bäume wuchsen.

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Das Lesezimmer mit Billard Tisch im Alpenhotel Bödele um 1915.

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Im Vordergrund die Brandruine des Lesezimmers.

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Auf die Brandruine liess Albert Fetz ein Dach zimmern. Aus dem Abbruchmaterial des Gasthauses wurden Türen und Fenster in der Ruine eingesetzt. Dann wurde der Innenraum mit Mobiler aus dem Gasthaus ausgestattet. Auch ein offenes Kamin wurde eingebaut, dass für Wärme sorgte.


Peter Marxgut aus Sibratsgfäll machte von 1959 bis 1961 eine Kochlehre im Alpenhotel Bödele. Er hatte bereits eine abgeschlossene Lehre als Metzger und musste deshalb nur 2 Lehrjahre machen. Dort lernte er die Grazerin Waltrude (Trude) kennen, die im Alpenhotel als Köchin arbeitete. Die beiden haben später geheiratet. Peter erinnert sich heute, dass er zusammen mit Leopold Metzler aus Schwarzenberg den Ruinenkeller gebaut hat.


Albert Fetz richtete dieses Gebäude als notdürftiges Gastlokal zur Verköstigung der Bauarbeiter des Berghofes Fetz ein. Nach der Fertigstellung des Berghofes Fetz sollte es dann abgetragen werden.

Wie der Gästebucheintrag zeigt, bestand im Juli 1959 der Ruinenkeller bereits.

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Peter und Franz Fetz mit Firmpaten und Onkel Werner Metzler am Flughafen Zürich-Kloten.

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Vorarlberger Nachrichten 7.9.1959

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Bei der Hochälpele Talstation wurden nach anfänglichen finanziellen Engpässen im Sommer 1959 der Zimmertrakt und das Restaurant fertiggebaut und an Weihnachten eröffnet.

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Restaurant Hochälpele.

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Fremdenzimmer im Gasthaus Hochälpele.

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Der Architekt Hugo Wank plante den Berghof Fetz und am 30.12.1959 konnte das neue Restaurant provisorisch eröffnet werden. Rechts zu sehen der angeschlossene Ruinenkeller, wie er jetzt genannt wurde.

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Erstaunlich ist, dass Albert und Gertraud Fetz nur eine eingeschränkte Konzession ohne Vollausspeisung erhielten. Es durften nur Brettljausen, Würstl, Suppen und Gulasch verabreicht werden. Die Granden der Alpenhotel Bödele Ges.b.H. hatten es sich mit der BH gerichtet. Dies obwohl die Familie Fetz weiterhin Pächterin des Alpenhotels blieb. Diese Regelung hatte bis 1979 Bestand.


Die Gaststube.

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Schilift Hochälpele.

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Vorarlberger Nachrichten 31.12.1959

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Vorarlberger Nachrichten 5.1.1960

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Vorarlberger Nachrichten 26.1.1960

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Ein toller Artikel über die Gründerzeit am Bödele.


Vorarlberger Nachrichten 8.2.1960

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Vorarlberger Nachrichten 16.3.1960

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Im Sommer 1960 wurde mit dem Strassenbaulos Schwarzenberg, Lüttin begonnen.

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Der urige Ruinenkeller gefiel den Gästen, deshalb durfte er stehen bleiben.


Dornbirner Gemeindeblatt 10.7.1960

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Nach Abschluss der Hauptschule besuchte Franz Fetz die damals noch 2-jährige Handelsschule in Lustenau. Gewohnt hat er während der Schulwoche bei Fany Scheffknecht in der Frühlingsstrasse in Lustenau.

Vorarlberger Nachrichten 29.10.1960

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Mittlerweile wurde der Berghof Fetz offiziell eröffnet. Neben dem Zimmertrakt für die Gäste gab es eine Wohnung für die Familie Fetz, ebenerdig ein A&O 'Lädele' mit Trafik, sowie eine Poststelle.

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Der Strassenbau Ammenegg - Bödele verzögerte sich weiter.


Der Schiverein Dornbirn war 1961 mit 1158 Mitgliedern der größte Schiverein im ÖSV.


Im Sommer 1960 wurde der Spielmooslift von der Firma Konrad Doppelmayr gebaut.

Initiatoren und Geldgeber waren Albert Fetz, Alfons Feuerstein, Schwarzenberg und Dipl. Ing. Karl Fink, Bregenz.

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Vorarlberger Nachrichten 14.1.1961

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Vorarlberger Nachrichten 29.1.1961

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Der Spielmooslift

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Ein schwerer Schicksalsschlag für die Familie Fetz.

Franz galt als der ruhige, beinahe schüchterne Typ. Sein Bruder Peter hingegen war der Draufgänger und der 'wilde Hund'.


Vorarlberger Nachrichten 20.2.1961

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Vermutlich wollte Peter einem herbeieilenden Akiafahrer ausweichen und raste dabei in den Baum.

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Das Leben musste weitergehen. Albert Fetz soll nach dem Verlust des Sohnes die ersten grauen Haare bekommen haben, die Mutter stürzte sich in noch mehr Arbeit.

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Ein toller Artikel, der noch die Namen der ehemaligen Vorsäßbesitzer nennt.


Vorarlberger Nachrichten 5.6.1961

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Im Juni 1961 wurde der Strassenneubau bis zum Heuberg fertiggestellt.


In der Wintersaison 1961/1962 wurde der Schilift Weisstanne in Betrieb genommen.


Gemeindeblatt 18.2.1962

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Die Kapelle Hammerer mit Paul, Helmut und Heinrich Hammerer.

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Im Hirschen in Schwarzenberg waren nun Herr und Frau Heuberger aus Oberösterreich Pächter. Ab 1964 pachteten Peter und Trude Marxgut den Hirschen.

Der neue Berghof präsentiert sich im Sommer.

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Im Herbst 1963 wurde die Asphaltierung der Bödelestrasse auf der Schwarzenberger Seite abgeschlossen. Über die Strassenführung auf der Dornbirner Seite wurde immer noch debattiert.

Vorarlberger Nachrichten 16.1.1964

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Vorarlberger Nachrichten 24.1.1964

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Die Familie Fetz nimmt Abschied vom Alpenhotel Bödele nach dieser Wintersaison.


Vorarlberger Nachrichten 25.1.1964

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Die Strasse auf der Schwarzenberger Seite war nun fertig. Immer mehr Menschen konnten sich einen PKW leisten. Die Ausflugsfahrten mit einen Stopp auf dem Bödele waren groß in Mode. Das gleiche galt für Firmen- Vereins- und Jahrgängerausflüge.

Dornbirner Gemeindeblatt 17.1.1964

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Dornbirner Gemeindeblatt 2.2.1964

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Dornbirner Gemeindeblatt 7.2.1964

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Die letzte Saison der Familie Fetz im Alpenhotel, oder doch nicht?

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Im Sommer 1964 feierte Franz Fetz seinen 18. Geburtstag. Seine Eltern wollten, das ihr Sohn das Hotelfach von Grund auf lernte. Für die nächsten 3 Jahre besuchte er die Hotelfachschule in Bad Hofgastein.


Franz Fetz 3. von links.

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Schulkollege von Franz Fetz war Franz Pfefferkorn , Sohn vom Hotel Goldener Berg in Oberlech.

Am 23.5.1964 führte die Vorarlberg Rallye erstmals über das Bödele.


Josef Lerchenmüller, Mellau mit Volvo 122S.

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Die Familie Fetz hängte noch eine Sommersaison dran im Alpenhotel Bödele.


Dornbirner Gemeindeblatt 13.9.1964

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Die Familie Fetz verliess das Alpenhotel Bödele zum Saisonsende 1964 nach 13 Jahren.

Die neuen Pächter im Alpenhotel Bödele, Hans Simma aus Egg und seine Frau Maria Filomena aus Wattens begannen am Bödele an Weihnachten 1964.

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Wie die Familie Fetz blieb auch die Familie Simma 13 Jahre im Alpenhotel.

Dornbirner Gemeindeblatt 21.1.1965

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Franz Fetz beim Faschingsrennen in Bad Hofgastein.

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Dornbirner Gemeindeblatt 7.2.1965

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Ein Sonntagnachmittag auf dem Bödele.

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Dornbirner Gemeindeblatt 21.2.1965

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Der Regierende Bürgermeister von Berlin Willi Brandt mit seiner Frau Rut waren Gäste im Berghof Fetz.

Dieses Bild stammt allerdings von einem Presseball in Berlin.

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Dornbirner Gemeindeblatt 7.3.1965

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Dornbirner Gemeindblatt 25.4.1965

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Das Bergrennen im Mai 1965

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Start in Schwarzenberg beim Tanzhaus.

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Im Sommer 1965 saß Albert Fetz mit einem deutschen Gast zusammen. Dieser merkte an, dass ihn der Name 'Ruinenkeller' an den Krieg erinnere. Ohne dies mit seiner Familie abzustimmen, entschloss sich Albert Fetz, den Ruinenkeller in Felsenkeller umzutaufen.


Dornbirner Gemeindeblatt 6.6.1965

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Barbara Fetz wurde langsam erwachsen. Die neue Musikbox von Albert Fetz wurde mit dem neuen Hit von Udo Jürgens 'Siebzehn Jahr, blondes Haar' geliefert. Das passte Albert Fetz überhaupt nicht. Der Händler musste extra aufs Bödele fahren und die Platte entfernen. Hingegen der Wildcat Blues von Sidney Bechet wurde als 'Bödele Blues' bekannt.

Dornbirner Gemeindeblatt 3.10.1965

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Dornbirner Gemeindeblatt 16.1.1966

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Franz Fetz bei einem Schirennen in Bad Hofgastein.

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Franz war nun erwachsen geworden. Abends ging man ins Laurin in Hofgastein und aus dem Wurlitzer dröhnten die Rolling Stones.

Dornbirner Gemeindeblatt 6.2.1966

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Schneepflug am Bödele.

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Dornbirner Gemeindeblatt 27.2.1966

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Franz Fetz machte sein Auslandspraktikum an der Côte d'Azur in der Nähe von Cannes. Die Hotelanlage gehörte dem Spirituosenunternehmer Paul Ricard.

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Franz Fetz bei der Arbeit.

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Unterwegs mit Freunden.

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Die Côte d'Azur wurde zum Sehnsuchtsort von Franz Fetz. Er blieb auch nach dem Praktikum fast ein halbes Jahr in Frankreich bis zum Schulbeginn in Bad Hofgastein.

Dornbirner Gemeindeblatt 24.7.1966

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Tochter Barbara war fertig mit der Grundschule. Sie besuchte nun die 3-jährige Schule Marienberg in Bregenz.

Dornbirner Gemeindeblatt 15.1.1967

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Dornbirner Gemeindeblatt 5.2.1967

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Bergrennen im Mai 1967.

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Dornbirner Gemeindeblatt 26.6.1967

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Brennender LKW auf der Bödelestrasse.

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Dornbirner Gemeindeblatt 30.7.1967

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Franz Fetz leistete seinen 9-monatigen Militärdienst. Nach der Grundausbildung war er im Offiziers-Kasino verpflichtet.

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Auch Franz Pfefferkorn war mit Franz Fetz beim Bundesheer.

Ende Teil I.


In Kürze folgt Teil II der Geschichte um die Familie Fetz und den Felsenkeller. Dann erfahren Sie, warum der Zitherspieler im Felsenkeller von Wilson Pickett abgelöst wurde, wie es weiterging im Berghof Fetz und im Hirschen in Schwarzenberg. Ausserdem wird dann klar, warum wir vom Verein dorfkultur für unsere Veranstaltung Dr. Eugen Burtscher als DJ verpflichtet haben.

Ich darf mich recht herzlich bedanken bei den Familien Fetz und Moosbrugger, dass ich ihre Familiengeschichte darstellen durfte. Danke dass ihr euch die Zeit genommen habt, meine Fragen zu beantworten und mir das Bildmaterial zur Verfügung gestellt habt.


Einen Dank möchte ich auch dem Schwarzenberger Chronisten Johann Aberer aussprechen für die Information und die Bereitstellung von Bildern. Danke auch an Franz Feuerstein, Schwarzenberg für die Informationen über die Schiliftsituation in Schwarzenberg. Danke auch an Brigitte Lehner Mellau , Irma Renner Großdorf, Cornelia Walch und Maria-Luise Dorner Schwarzenberg für die Bereitstellung von Bildern. Danke auch an Dr. Eugen Burtscher für die Bereitstellung des Bildes. Danke auch an den Doppelmayr 'Historiker' Christoph Hinteregg.


Wie immer ein Dankeschön an Frau Mag. Elisabeth Wicke für die Auskünfte bei Stammbaumfragen.


Viele Bilder stammen aus dem Landesrepositorium der Landesbibliothek Vorarlberg.


Einige Information und Bilder stammen aus diesem Buch.

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Noch viel mehr über Franz Fetz erfährt man in diesem Buch, erhältlich im Hirschen in Schwarzenberg für 35 Euro.

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Ich darf Sie nun im Namen unseres Vereines dorfkultur zu unserer Party im Felsenkeller am 23. September ab 20:00 Uhr einladen. Wir wollen uns gemeinsam von Barbara, Franz und Philipp verabschieden und die alten Zeiten noch einmal aufleben lassen.


Dr. Eugen Burtscher aus Egg als DJ im Felsenkeller 1978.

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Reservierungen sind nicht erforderlich. Der Eintritt kostet 10 Euro, bezahlbar in bar an der Abendkasse.


Der Noch-Wirt Philipp Moosbrugger und sein Team werden für Speis und Trank sorgen, unser Verein will ja, dass der Wirt das Geschäft machen.


Ab Egg, Parkplatz Kirche gibt es mit Taxi Veli ein Service (5 Euro pro Fahrt und Nase) bei vollem Bus. Zurück dasselbe ab Mitternacht.



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Alle meine Blog Beiträge sind unentgeltlich. Aber ich würde mich sehr über einen Besuch in meiner kleinen Bar in Egg, Großdorf freuen.


Klaus Riezler.




5 Kommentare


Gast
04. Okt. 2023

jHervorragend und äusserst Rhomberg Rgenau dokumentiert. Ein alter "BÖDELER" Helmut Rhomberg, seit 199O in der Stmk. LG.


Gefällt mir
kriezler
05. Sept. 2024
Antwort an

Vielen Dank

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Gast
30. Sept. 2023

Mal wieder wunderbar informativ! LG, Hildegard aus Kölle


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Gast
27. Sept. 2023

😀 Wow! Beeindruckende Arbeit und Recherche. LG Joachim

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kriezler
05. Sept. 2024
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Danke Joachim

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